ANARCHIE AM BÜCHERMARKT! Oder: Warum wir uns auf das Wesentliche besinnen sollten

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Ja, ich gestehe. Ich gestehe, dass ich den ganzen Sommer nur fünf Bücher gelesen habe. Und von diesen fünf Büchern war kein einziges ein Selfpublisher: Good Omens. Tintenherz. After Truth. Die Stadt der besonderen Kinder… Na gut, vielleicht waren es auch nur vier.

Dafür gibt es mehrere Gründe:


DAS E-BOOK

Das Ebook ist mein natürlicher Feind. Während sich in meinem Wohnzimmer die Bücher bis zur Decke türmen, weiß ich nicht einmal, wo mein Tablet überhaupt ist, geschweige denn, ob es aufgeladen ist oder was für Bücher da drauf sind. Es ist eine Schande, aber wo Bücher früher noch kostbare Einzelstücke waren, deren Fett- und Kaffeeflecken vom lesesüchtigen Beim-Kochen-Lesen, Nagellackspuren vom gespannten Umblättern oder Wasserspritzer vom Im-Urlaub-Lesen ihnen eine eigene Geschichte gaben, unabhängig von der, die sich in ihrem Inneren abspielt, sind Ebooks die seelenlosen Gegenstücke, die sich zu tausenden auf den Tablets tummeln nur weil sie billig oder gar gratis waren (ja, ich bin keine Ausnahme). Durch das mangelnde Leseerlebnis – Buchrücken streicheln, Umschlag zurecht rücken, Duft genießen, Seiten liebevoll umblättern oder leicht verbiegen, weil man es vor lauter Spannung nicht aushalten kann, auf die nächste Seite zu kommen – bleibt das virtuelle Buch bei mir kaum in Erinnerung. Ein kurzlebiges Erlebnis, vor allem auch, da es nach dem Lesen einfach in einem Ordner auf dem Tablet verschwindet und nie wieder gesehen wird.

Ich gestehe. Ich bin gegen Ebooks. Ich mag keine Ebooks. Ebooks sind mein Albtraum. Wer will schon eine bessere Lampe, die einem auf einer flachen Ebene irgendwelche Buchstaben präsentiert, ohne dass man überhaupt weiß, wie lange das Buch ist oder wie viele Seiten man noch bis zum nächsten Kapitel braucht? Wer will tausende Bücher mit auf Urlaub nehmen, bei denen man von der Hälfte nicht mal weiß, worum es geht? Wer macht sich schon die Mühe, sein Tablet oder seinen Reader wirklich nur mit dem zu bestücken, was man wirklich will, wenn man alles andere auch noch dazu haben kann? Ein Büchermessietum, das keinen Platz wegnimmt, hunderte, tausende Geschichten, alle auf einem kleinen Ding vereint. Ein Traum. Oder ein Albtraum? Denn wer fragt bei alledem noch nach der Qualität?


DIE QUALITÄT DES HABENS

Jetzt ist es natürlich so, dass die meisten Selfpublisher durchaus auch als Print auf den Markt kommen. Nur da man nicht einfach ins Buchgeschäft gehen kann um darin zu blättern oder das Cover ein bisschen anzuschmachten, kauft man meistens einfach die Katze im Sack. Natürlich, die Leseprobe, die Anbieter wie Amazon oder Tolino zur Verfügung stellen, sind ganz nett, aber eine ausführliche Betrachtung durch den lesesüchtigen Bücherfanatiker entfällt. Wonach also auswählen? Wie verhindern, dass man 15 oder 20€ für etwas ausgibt, das der kleine, legasthenische Bruder des verrückten Nachbars auch hätte schreiben können? Einfach nur Autoren kaufen, die man kennt? Aber wie kommen dann neue Autoren auf den Markt? Nur Bücher kaufen, die gute Rezensionen haben? Geschmäcker sind verschieden. Da ist es wesentlich einfacher, sich ein E-Book zu kaufen – eine imaginäre Datei, die man weder richtig verschenken noch verkaufen kann. Aber hey, sie kostet nur 0,99€. Und wenn es nicht gefällt, löscht man es einfach wieder und die Sache hat sich.


DIE QUALITÄT DES SEINS

Nur wieso gibt es überhaupt so viele Bücher auf dem Markt, die man einfach nur kopfschüttelnd entsorgt? Der einfache Zugang zu Veröffentlichungsplattformen hat eben seine Schattenseiten. Jeder darf Autor sein, jeder darf Geschichten auf den Markt bringen. Ein Zeitalter der Willkür und falscher Selbsteinschätzung in der Anarchie fehlenden Korrektorats und Lektorats. Eine Katastrophe. Bingeeating, Fettsucht, Pommes und Burger auf dem Buchmarkt, inklusive gesteigertem Risiko für das Auftreten kardiovaskulärer und systemischer Erkrankungen – denn wem tut nicht das Herz weh, wenn er manche Satzkonstruktionen oder Beschreibungen liest, die sich da tummeln? Wem kommt nicht das Kotzen bei manchen abenteuerlichen grammatikalischen, orthografischen oder stilistischen Gebilden? Früher hätte es das nicht gegeben. Ja, hätte es nicht. Da gab es ja schließlich nur Verlage. Oder?

Dazu folgendes:

Erstens: Verlage sind auch nicht mehr besser. Was da oft auf den Markt kommt, nur weil es gerade einer Mode entspricht oder der Feder eines bestimmten Autors entsprungen ist, ist nicht mehr schön anzusehen. Wie viele Schreibfehler oft in Verlagsbüchern zu finden sind! Oder Löcher in der Handlung, bei der es einem die Haare aufstellt. Wo ist da das Lektorat? Das Korrektorat? Ich weiß nicht, ob ich in so einem Zeitalter noch in einem Verlag veröffentlichen will, wenn ich es ohne mindestens genauso gut hinkriege.

Zweitens: Was machen Verlage mit Büchern, die nicht in fixe 0815 Genres passen? Nichts. Weg damit. Liest keiner. Braucht keiner. Aber dann wundern, wenn die Selfpublisher auf einer Erfolgswelle daher reiten, weil sie den Lesern genau das bieten: Abwechslung.

Mal ganz abgesehen davon, dass die meisten Verlage die eingesandten Manuskripte sowieso gleich in den Papierkorb verfrachten ohne überhaupt einen längeren Blick darauf geworfen zu haben (jaja, Personalmangel, verstehe schon). Also ja, ich würde Verlagen gerne vertrauen. Ich würde gerne zu Thalia oder Morawa gehen und das Buch finden, das ich lesen will. Ich würde mich gerne wieder fallen lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass das Buch nur veröffentlicht wird wegen eines Namens oder weil die anderen Verlage „auch alle gerade solche Bücher haben“. Handlung. Spannung. Charaktere. Glaubwürdigkeit. Ich will das volle Programm.


DAS FAZIT

Also. Ja, ich liebe Bücher. Ja, ich mag Selfpublisher. Ja, ich will wieder mehr lesen. Ich will gute Bücher lesen, Bücher, die mich zum Staunen bringen oder solche, die mich weinen oder lachen lassen, bis die Leute mich seltsam ansehen – egal ob von großen Verlagen oder im Selbstverlag. Ich will keine E-Books kaufen, nur weil sie billiger sind. Ich will echtes Papier, echte Eselsohren, echte Kaffeeflecken oder Kratzer, über die man sich jahrelang ärgert. Qualität, innen und außen. Einen Ausstieg aus der Lese-Anarchie. Mehr Bewusstsein für das, was man kauft – aber auch mehr Garantien dafür, dass das, was man kauft auch wirklich gut ist. Dafür brauchen wir Blogs. Dafür brauchen wir hochwertige Rezensionen. Wir brauchen jemanden, der die Spreu vom Weizen trennt. Für mich. Für euch. Für uns alle. Und wir brauchen auch Autoren, die ihre Sache gut machen. Schreibt, wofür euer Herz schlägt – und schreibt es gut. Spart nicht an Lektorat oder Korrektorat. Spart nicht am Cover. Verlangt von mir aus mehr dafür aber, bitte, bitte: Begeistert uns. Wir werden es euch danken.

P.S.: Happy Birthday, Flo! 😉 Genieß deinen Geburtstag!

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#Autorinnenzeit proudly presents: Autorin Jill van Veen [Gastbeitrag]

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Hallo, ich bin Jill van Veen und freue mich sehr, dass ich von Marlen gebeten wurde, einen Gast-Beitrag zu schreiben.

Ich bin Hamburgerin, auch wenn ich schon viele Jahre nicht mehr dort wohne, und ich habe bisher zwei Krimikomödien veröffentlicht, „Killerküsse“ und „Fataler Tausch“.


Für SPPerlen musste ich mich daran erinnern, über welche Bücher ich zum Schreiben gekommen bin. Als ich mich an meinen Block setzte (ich starte meist handschriftlich), dachte ich, ich wüsste schon, welche Bücher/Autoren ich hier nennen würde. Aber dann wurde ich selbst überrascht.

61D01NH8KRL._SX320_BO1,204,203,200_Erst einmal weckten meine Begeisterung am Lesen und Schreiben Astrid Lindgren und Erich Kästner, was nicht weiter verwundern mag. Sobald ich schreiben konnte, füllte ich unbekümmert Schulhefte mit Geschichten à la Bullerbü. Zumindest hielt ich sie dafür…

Dann fiel mir aber ein weiterer Autor ein, der entscheidend meinen Spaß am Lesen prägte, Otmar Franz Lang. Ich habe sehr gelacht über „Flattertiere wie Vampire“ oder „Das Haus auf der Brücke“.

Den eigentlichen Entschluss, einmal Autorin zu sein, fasste ich allerdings durch die Bücher von Federica de Cesco. Die Romane begleiteten mich meine ganzen Teenagerjahre. Ihre Heldinnen waren unabhängig und rebellisch, und sie schaffte es, eine Liebesgeschichte mit sozialen Themen oder einem Sinn für Weltoffenheit zu verbinden, ohne mit Belehrungen zu nerven. Außerdem war ich natürlich notorisch in ihre männlichen Protagonisten verliebt.

30A5A1A95B48499F8E53DFC8ED80836E_1-003914Selbst schreibe ich allerdings bisher keine Jugendromane, mich hat es zu romantischen Komödien gezogen. Hier fielen mir nun zwei weitere Autoren ein, die dafür „verantwortlich“ sind, und es ist nicht die große Lady des Romance-Genre Nora Roberts, wie ich spontan gedacht hatte, auf die stieß ich erst später (weshalb ich sie nicht weniger gern lese).

Es waren zwei Romane des Münchners Hans Gruhl „Liebe auf krummen Beinen“ und „Ehe auf krummen Beinen“ und von J.B. Priestley „Eine sehr englische Liebesgeschichte“. Romane, die ich über die Jahre immer wieder hervorholte, wenn ich Aufheiterung brauchte.


51x1NnvJ73L._SY346_So sehr ich „ernste“ Literatur schätze und auch lese, war und ist doch meine größte Freude beim Schreiben: andere zum Schmunzeln und Lachen zu bringen, so dass sie danach vielleicht ein wenig gestärkt in den Alltag zurückkehren. Ich finde, es gibt auch nichts Schöneres, als wenn ich selbst beim Schreiben gute Laune bekomme. Dabei darf es dazwischen gern auch dramatisch zugehen.

Soviel also zum Thema, wie ich zum Schreiben gekommen bin.

Die Romane von Hans Gruhl und den von J.B. Priestley bekommt man meist nur noch antiquarisch, aber solltet ihr einmal drüber stolpern, ist mein Rat: „Zugreifen“! Die Charaktere sind so liebevoll gezeichnet und die Autoren haben einen herrlichen Humor.

xoxo,

Jill

#Autorinnenzeit proudly presents: Autorin Susanne Förster [Gastbeitrag]

Hallo ihr SPPerlen-Leser!
 
Marlen hat mich gefragt, ob ich einen Beitrag für euch schreiben will. Wie könnte ich da nein sagen?


Susanne Förster

Mein Name ist Susanne Förster und ich schreibe. Im Herbst 2015 ist mein Debüt, der Jugendfantasyroman „Die Lichtbringer von Enés“, erschienen. Aber bis es soweit war, war es ein langer Weg, der mit unterschiedlichen Büchern und Schreibprojekten gepflastert war. Und darüber erzähl ich euch jetzt was.

 
Wann ich mit dem Schreiben angefangen habe, weiß ich nicht mehr genau. Die älteste Geschichte, die ich noch besitze, ist von 1996. Da war ich 12. Aber ich erinnere mich noch an eine zusammengewürfelte Abenteuergeschichte mit Elementen aus der „Unendlichen Geschichte“, „Mickey Maus“ und dem „Räuber Hotzenplotz“. Das muss irgendwann davor gewesen sein …
Aber mit 12/13 hab ich „richtig“ angefangen. Von da an schrieb ich eigentlich ständig. Kurze Geschichten, inspiriert durch das Rollenspiel „Das schwarze Auge“, Vampirgeschichten (im Stil von „Dracula“. Von „Twilight“ hab ich erst vor ein paar Jahren erfahren.), Liebesgeschichten (vorzugsweise ohne happy end) und ein bisschen später FanFictions.
Während der Uni waren es eher letztere, weil ich mich da ja auf  das Studium, und nicht auf großangelegte shiny new ideas konzentrieren sollte. Da waren FanFictions gutes Füllmaterial, um mein Schreibhirn nicht komplett vertrocknen zu lassen.
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So „richtig richtig“ – also mit dem Ziel einer möglichen Veröffentlichung – hat es 2013 angefangen. Da sind meine ersten langen Projekte entstanden. Sprich so zwischen 250 und 350 Seiten. Eines dieser Projekte ist „Die Lichtbringer von Enés“, das ich schließlich bei BoD herausgebracht habe. Die anderen warten noch auf meiner Festplatte auf den Feinschliff oder die eine rettende Idee.
 
51NQ7NBYXALVor allem in den letzten Jahren bewege ich mich schreibtechnisch im Fantasygenre. Ich schiebe die Schuld auf die Bücher, die mich als Kind begeistert haben: „Die Unendliche Geschichte“ (Die war auch als Hörspielkassette genial! Ja, ich bin so alt.), Die „Avalon“-Trilogie von Marion Z. Bradley, „Dracula“ und später natürlich „Harry Potter.“ (Wär hätt‘s gedacht?); ich komme immer wieder zur Fantasy zurück. Und das, obwohl ich eigentlich auch andere Sachen lese! Biografien, Psychologie- und „Lebenshilfe“-Bücher, Theaterstücke … Da ist alles dabei. Mein Lieblingsbuch ist zum Beispiel kein (Jugend)Fantasybuch, sondern das Theaterstück „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ von Tennessee Williams. Dicht gefolgt von „Der Kuss der Spinnenfrau“ von Manuel Puig.
 
Beim Schreiben bin ich der Fantasy aber die letzten Jahre treu geblieben. Ich würde meine Projekte mit „Fantasy + Magie + Drama“ beschreiben. Denn Drama muss sein. Wie man vielleicht auch an den oben erwähnten Lieblingsbüchern sieht. Eine fluffig-süße Liebesgeschichte werdet ihr von mir wohl nie lesen. Das überlasse ich anderen.

So, ich hoffe ihr hattet Spaß an diesem kleinen Einblick. Vielleicht hat der eine oder andere ja neuen Lesestoff entdeckt. Oder wollte-ich-schon-immer-mal-lesen-Stoff. Oder viel-zu-lang-nicht-mehr-gelesen-Stoff. Das würde mich freuen!

#Autorinnenzeit proudly presents: Autorin Dominique Heidenreich [Gastbeitrag]

PICT_20170505_1553512Hallo zusammen!

Ich freue mich ‚hier zu sein‘ und, dass Marlen mich nach unserem Treffen gefragt hat, ob ich einen Gast-Artikel für diesen Blog schreiben möchte.

Für alle, die mich noch nicht kennen, ich heiße Dominique Heidenreich, bin ein bisschen durchgeknallt, komme aus Wien und schreibe Fantasy-Romance. Obwohl ich schon Geschichten schreibe seit ich zwölf war, bin ich noch eine recht frisch-gebackene Autorin, mein Debütroman Lenara erschien im Dezember 2016 und ist der erste von fünf Bänden.

Aber darum soll es heute gar nicht gehen, sondern eher darum, was mich überhaupt zu einem Bücherwurm gemacht hat.


Felicitas-Kuhn-Illustr+Schneeweisschen-und-RosenrotMeine erste Berührung mit Büchern, an die ich mich erinnern kann, war das dicke Buch mit Grimms Märchen, aus dem mir meine Mutter immer vorgelesen hat und das jetzt bereits in seine Einzelteile zerfällt, weil es so alt ist.

Mein Lieblingsmärchen war Schneeweißchen und Rosenrot. Ich erinnere mich bis heute an die sanfte Stimme meiner Mutter und dass ich nie einschlafen wollte, weil mir das Ende der Geschichte viel wichtiger war. Das hat sich bis heute nicht wirklich geändert.

Während mein Bruder die Knickerbocker-Bande verschlang, habe ich mich fürs Lesen kaum interessiert, sondern mir lieber meine eigenen Geschichten ausgedacht. Zum Beispiel, indem ich mir neue Enden für Zeichentrick-Serien ausgedacht habe, die ich auf SuperRTL sah, für Disney-Filme, oder indem ich gänzlich neue Geschichten erfand, denen ich mit Barbie und Ken Leben einhauchen wollte.

Trotzdem begann meine Liebe zu Büchern erst in etwa in demselben Alter, in dem ich auch mit dem Schreiben anfing. Erst während ich diese Zeilen schreibe wird mir die Verbindung so richtig bewusst.

index1Meine Sucht begann mit einem historischen Liebesroman von Rexanne Becnel, der sich Der Falke und die Taube nannte. Ab da brauchte ich für jeden Tag Urlaub mindestens ein Buch.

Wirklich prägend blieb mir auch mein aller erstes Buch von Nora Roberts in Erinnerung. Ich war mit meiner Oma in Griechenland und in dem Hotel gab es eine Bücherecke, in der man frei entnehmen durfte. Das Buch hieß Im Licht der Sterne und es ist bis heute mein Lieblingsbuch von Roberts geblieben. Ich habe es sicher schon ein gutes Dutzend Mal gelesen. Obwohl ich das Buch damals nicht behalten habe, habe ich mir alle Teile der Trilogie danach gekauft.


Ich glaube es lässt sich sagen, dass ich schon als Kind eine Romantikerin war. Wen wundert es daher, dass ich selbst im Bereich Romance schreibe? Heute fasziniert mich alles, was Fantasy beinhaltet, so lange die Romantik nicht zu kurz kommt. Jeder braucht ein Laster und ich habe mich für dieses entschieden. 😉

Habt ihr auch eine Verbindung zu Büchern die so weit zurückreicht? Könnt ihr euch noch an euer allererstes Buch erinnern?

#Autorinnenzeit: Mein großer Bücherkauf vom Wochenende

Bei meinem letzten Bücherkauf war ich sehr großzügig, ich habe gleich sieben neue Bücher erstanden – und das natürlich trotz selbst auferlegtem Bücherkaufverbot.

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Der Grund ist, dass ich am Wochenende in Mining (Oberösterreich) bei einem Autorentreffen, genannt Bücherquatsch 2017, war (als Autorin) und dort lauter superliebe und coole Menschen kennenlernen durfte (siehe Foto). Und da meine Kolleginnen (aus irgendwelchen Gründen war nur ein männlicher Autor da) nicht nur unglaublich nett und lustig waren, sondern auch noch einen riesen Stapel an spannenden Büchern im Gepäck hatten, musste ich natürlich glatt zugreifen. Also. Sieben neue Bücher aus allen möglichen Genres, handsigniert und mit Widmung, stehen in meinem Regal. Nachdem ich zum Inhalt noch nicht viel sagen kann, verrate ich euch heute mal die Klappentexte. Fangen wir alphabetisch an:


Betty Buttersky: Crash! Boom! Ben!

41dr3PLkM7L._SX316_BO1,204,203,200_„Vergiss Ben“, hat Julies Lektorin ihr schon mehrmals geraten. Aber wie könnte sie ihn je vergessen? Sie hat tatsächlich gedacht, wenn sie London den Rücken kehrt, verschwindet auch er aus ihren Gedanken und damit gänzlich aus ihrem Leben. Aber das Gegenteil war der Fall. Je weiter sie sich von Ben entfernt hat, umso größer wurde ihre Sehnsucht nach ihm. Für Julie fühlt es sich an, als ob sich nichts an der starken Anziehung geändert hätte. In den letzten Wochen war das Kribbeln in ihrem Bauch so stark wie bei ihrer ersten Begegnung, als er plötzlich vor ihr stand. Ein Blick in das Himmelblau seiner Augen genügte und es war um sie geschehen. Er schaffte es in einer einzigen Sekunde, ihr den Kopf zu verdrehen. Das Gefühlschaos war perfekt. All ihre prickelnden Zusammentreffen entfachten eine Begierde, die Julie in Besitz nahm. Jeder Gedanke war durchtränkt von ihm. Sie wusste nicht, wohin mit ihren Gefühlen. Nur ihrem Tagebuch konnte sie all die betörenden Momente und erotisch-sinnlichen Begebenheiten anvertrauen. Monatelang brachte sie ihre Empfindungen zu Papier. Das Schreiben half ihr, diese schwierige Zeit zu überstehen. Als aus ihren persönlichen Aufzeichnungen über Nacht ein Bestseller wird, gerät ihre Welt, die er damals auf den Kopf gestellt hat, erneut ins Wanken. Vor allem, da Ben nichts von ihrem Roman weiß. Und das soll auch so bleiben.


Anna Hauer: Schneerot

41tPCGqL0BL._SX322_BO1,204,203,200_England befindet sich im Krieg. Jugendliche werden entführt und in einem abgelegenen Lager chemisch so manipuliert, dass sie militärisch nutzbare Fähigkeiten entwickeln. Die sechzehnjährige Crystal, genannt die Henkerin, bestimmt, welche Behandlung den Neuankömmlingen widerfährt. Als der selbstbewusste und geheimnisvolle Cameron eingeliefert wird, ändert sich Crys‘ Leben. Man versucht einen Ausbruch – und er gelingt. Doch noch ist man nicht frei. Eine lange und tödliche Flucht beginnt, vor sich die Weite einer verschneiten Ödnis, hinter sich die erbarmungslose Meute der Verfolger… Anna Hauers erster Roman erzählt von Opfern, die zu Tätern werden, von neuer und enttäuschter Liebe, von Hoffnung und Hass. Ein Buch, das die Farben des Lebens neu bestimmt. Weiß steht nicht immer für Unschuld, Rot nicht nur für die Liebe und Schwarz muss nicht immer das Böse sein.


Dominique Heidenreich: Lenara – Der Geschmack des Blutes

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Lenara dachte, sie hätte ihr Leben endlich im Griff. Ihr Viertel in St. Louis ist nicht das beste, ihre Arbeit als Kellnerin in einem Stripclub bringt nicht viel ein. Aber sie hat eine Wohnung und einen Job. Doch ihre Versuche ein normales Leben zu führen, werden schlagartig zunichtegemacht, als Dämonen sie angreifen und ein Gargoyle ihr das Leben rettet. Lenara gerät zwischen die Fronten eines jahrhundertelangen Krieges und muss sich entscheiden wem sie wirklich vertrauen kann.

 

 

Und Band 2:

Dominique Heidenreich: Lenara – Die Blutsklavin

91jjbM-yWbL.__BG0,0,0,0_FMpng_AC_UL320_SR200,320_.jpgDrei Monate sind vergangen, seit Lenara ihren Namen, ihre Vergangenheit und nicht zuletzt die Gargoyles hinter sich gelassen hat, um bei den Wölfen Zuflucht zu finden.
Doch ihr Frieden ist nur von kurzer Dauer, denn ihre Flashbacks werden immer häufiger und beunruhigender.
Len weiß, dass sie sich nicht ewig vor den Gargoyles verstecken kann und es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese sie wiederfinden.
Wenn es so weit ist, wird sie jede Hilfe brauchen, die sie kriegen kann. Selbst wenn diese Hilfe von jemandem kommt, auf den sie gern verzichtet hätte.


Anna Katmore: Herzklopfen in Nimmerland

519mhUVRFcL._AC_UL320_SR208,320_Obwohl Angelina McFarland Märchen über alles liebt, hätte sie sich nie träumen lassen, selbst einmal mitten in eins hineinzufallen. Wortwörtlich! Aber wer ist dieser fliegende Junge namens Peter, der sie aufgefangen hat? Und warum will er nicht erwachsen werden? Auf der verzweifelten Suche nach einem Weg von dieser verwunschenen Insel herunter, läuft Angelina geradewegs in die Arme eines skrupellosen Piraten. Hook entführt sie auf sein Schiff, die Jolly Roger, wo er sie als Druckmittel gegen Peter Pan gefangen hält. Doch ist Hook wirklich so herzlos, wie alle sagen? Je mehr Zeit Angelina mit dem Captain verbringt, umso mehr beginnt sie daran zu zweifeln. Die Gefühle, die sie für ihn entwickelt, sind ebenso intensiv wie schockierend, und bald schon kann sie an nichts anderes mehr denken, als an ihren verstohlenen Kuss unter den Sternen. Als die Tage vergehen, ist eine Fahrkarte nach London das Einzige, was sie noch an ihr altes Zuhause und daran erinnert, warum sie die Suche nach einem Weg zurück keinesfalls aufgeben darf. Oder ist es am Ende vielleicht doch die bessere Entscheidung, für immer in Nimmerland zu bleiben?


Kim Valentine: Snow White Lines

518in5EheHL._SY346_Um nicht in der elterlichen Apotheke zu versauern, packt die 20-jährige Hailey Norris ihre Kamera und macht sich auf den Weg nach New York, um als Fotografin durchzustarten. Doch New Yorks Pflaster ist härter, als Hailey vermutet hätte und schon bald droht ihr Traum zu zerplatzen. Ein letzter Job könnte ihre Rettung bedeuten, denn sie soll den Teenie-Star Jayden Payne fotografieren. Dumm nur, dass dieser sie, ohne sie jemals gesehen zu haben, als Idiotin bezeichnet. Noch dümmer ist allerdings, dass Hailey ziemlich schlagfertig kontert. Doch trotz ihres verbalen Ausrutschers bietet Jayden Hailey den Job als seine persönliche Fotografin an. Ihrem Traum nahe, ergreift sie die Chance und begleitet Jayden während seiner Tournee, wo sie hinter die Fassade des schillernden Teenager-Idols blicken kann und mehr Abgründe entdeckt, als sie je vermutet hätte.


Jill Van Veen: Killerküsse

51x1NnvJ73L._SY346_Lilly Hart weiß was sie will in Sachen Liebe, Beziehung und Karriere, und alles scheint gerade nach Plan zu laufen. Eigentlich wollte sie nur ihr Patenkind nach Hause bringen, doch stattdessen wird sie unversehens Zeuge eines Mordes. Auf der Flucht vor dem Mörder, läuft sie dem Sicherheitsexperten und Ex-Scharfschützen Patrick McClane in die Arme. Um ihr Patenkind zu beschützen, arbeiten sie wider Willen zusammen. Risikofreudig und typisches Alpha-Tier, ist McClane das Gegenteil des höflichen, kultivierten Anwalts, mit dem sie gerade zusammen ziehen will. Ein Mann, dem sie normalerweise aus dem Weg geht. Allerdings ist er auch unbestreitbar sexy und gefährlich attraktiv. Auf ihrem Road-Trip von Hamburg nach München geraten die beiden immer tiefer in einen Strudel aus Lügen und Verbrechen und zwischen die Fronten von Agenten und Auftragskillern. Während sie versuchen, das Netz der Intrigen zu durchdringen und ihren Verfolgern zu entkommen, steigt die gegenseitige Anziehung. Obwohl die zwei ungleicher nicht sein könnten und ständig aneinander rauschen, knistert es gewaltig zwischen ihnen. Sollte Lillys wohl geordneter Lebensplan doch nicht der einzig wahre sein?


Ich freue mich wahnsinnig, die Bücher zu lesen und mit Widmung ist es natürlich gleich noch viel cooler. Nur kann ich mich nicht entscheiden… mit welchem Buch soll ich anfangen? Was meint ihr? Zu welchem möchtet ihr die nächste Rezi lesen? HILFEEEE!

#Autorinnenzeit: Autorinnen und ihre besten Charaktere. Oder: mit wem ich gerne tauschen würde!

Wenn ich daran denke, welche Bücher von Autorinnen in meinen Regalen stehen, fallen mir auf Anhieb ein paar Charaktere ein, mit denen ich sofort Platz tauschen möchte. Seid ihr bereit? Also gut.


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Nehmen wir wieder einmal Harry Potter zur Hand: Harry Potter strotzt – bis auf die Hauptperson vielleicht – vor tollen Charakteren. Hermine, Ron, Mrs. Weasley, der fast Kopflose Nick, Peeves, Luna Lovegood, Neville Longbottom, Albus Dumbledore, Professor Slughorn, Professor Snape, die Zwillinge – und natürlich meine Favoritin: Professor McGonagall. Nicht Hermine? Nein. Mrs. Minerva McGonagall. Sowohl im Buch, als auch im Film ist sie einer meiner liebsten Charaktere und von allen Lehrern sowieso die coolste. Sie ist die wahrscheinlich beste Zauberin im Fach Verwandlung,  kann sich in eine Katze verwandeln und als es um alles geht, flüchtet sie nicht wie manch anderer, sondern beweist ihren Mut, indem sie nicht nur bis zum Ende die Stellung hält, sondern sogar noch die Schlacht um Hogwarts anführt! Als Lehrerin ist sie streng, aber gerecht und weiß, wann es angebracht ist, auch einmal ein Auge zuzudrücken. Ja, Hermine ist toll – aber McGonagall ist besser!


7cc344fc1808fae7e249f1a9e1f09c64Weiter geht’s mit den berühmten Jugendbuchreihen und zwar zu – ich traue mich gar nicht, es zu sagen – Stephenie Meyer. Bitte steinigt mich nicht, aber als Twilight noch Biss zum Morgengrauen hieß und als Geheimtipp unter den Leseratten galt, habe ich es wirklich geliebt. Und, ja, ich wollte Bella Swann sein. Sie war tollpatschig wie ich, blass wie ich und ein bisschen unsicher – genau wie ich. Nur hatte sie mit Alice und Emmett die besten Freunde und mit Edward den wahrscheinlich heißesten Freund, den die Jugendbücher damals (und vielleicht sogar auch heute) zu bieten hatten. Okay, er ist ein bisschen anhänglich und auch ziemlich eifersüchtig, aber hey, es ist Edward Cullen! Stark, süß, verletzlich, heiß, durchtrainiert, liebevoll, witzig und Vorbild für so ziemlich alle Book-Boyfriends, die seit 2006 in die Hände kreischender Fangirls entlassen wurden (und Mr. Grey natürlich).  Ich weiß, ihr könnt es nicht mehr hören, aber ja, ich wäre gerne Bella (allerdings bitte nicht in der Kristen Stewart-Version). Und ich stehe dazu!


9783473523245_1448900492000_xxlZurück aus den feuchten Mädchenträumen zu den seriösen – okay, sagen wir seriöseren – Themen: bei meiner Auflistung der besten Autorinnen habe ich scheinbar jemanden vergessen: und zwar Jenny Nimmo. Ich weiß nicht, ob sie jemand kennt, aber ähnlich wie J. K. Rowling spielt auch ihre Geschichte an einer Akademie für junge Magier und Magierinnen. Und ähnlich wie bei Harry Potter tummeln sich auch bei Charlie Bone unglaublich viele kreative Charaktere – vielleicht sogar noch kreativere. Charlie, die Hauptfigur möchte ich zwar nicht sein (er hat drei super-fiese Tanten und ein paar böse Erzfeinde, auf die ich getrost verzichten kann), aber auf die Bloom-Akademie würde ich mindestens genauso gerne gehen wie nach Hogwarts (vor allem weil es neben der Akademie zusätzlich auch noch das wahrscheinlich genialste Haustier-Café gibt, das jemals erfunden wurde). Für einen speziellen Charakter kann ich mich hier nicht wirklich entscheiden, aber Stürme beherrschen oder kriegerische Ahnen beschwören wäre schon ganz nett, also vielleicht möchte ja Tankred Torsson oder Lysander Sage mit mir Platz tauschen? Oder Fidelio Gunn, der zwar keine coolen Kräfte hat, dafür ein Haus voller verrückter Musiker-Familienmitglieder und eine taube Katze.


Wenn ich noch länger nachdenke, fallen mir jetzt wahrscheinlich noch zweihundert andere Charaktere ein (Katniss Everdeen? Hm…nein, lieber nicht. Vielleicht Tris Prior? Nein, auch nicht.), aber das würde den Umfang dieses Beitrags sowieso sprengen, also frage ich lieber euch: welcher Charakter von welcher Autorin wärt ihr denn gerne? Rückt raus mit der Sprache und keine Geheimnisse!

P.S.: Falls mich wirklich jemand wegen Bella Swann steinigen möchte: nur zu. Schreibt es einfach in die Kommentare! Ich halte das aus 😉

 

[REZENSION]: S. P. Pepper – Magie Voller Tücken

Bibliografische Angaben

Autor/In S. P. Pepper
Titel Magie voller Tücken
Verlag Selfpublisher | Create Space
Format Print, Ebook
Seitenzahl 324
Erscheinungsdatum 17. August 2015
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Fantasy, Abenteuer
Schlagwörter Abenteuer, Fantasy, Magie, Fluch
Leseprobe Link zu Amazon

Klappentext

Koruk sollte nicht hier sein. Seine Anwesenheit kann den Menschen, denen er sein Leben verdankt, Schwierigkeiten bereiten. Deshalb verstecken sie ihn in einer finsteren Kammer vor Gefahren, über die sie ihm nichts verraten. Um sich zu schützen. Um ihn zu schützen. So behaupten sie jedenfalls. Doch Koruks Zweifel wachsen. Was, wenn sie ihn nicht aus Mitgefühl gerettet haben?

Der erste Satz

Koruks Blut floss.

Zur Geschichte selbst

Koruk (oder Krokus, wie ich ihn versehentlich gerne nenne) ist schwer verletzt, als er von einem alten Mann und dessen Tochter Neyla im Wald aufgelesen wird. Die beiden pflegen ihn gesund, doch etwas verheimlichen sie ihm. Wieso darf er nicht aus dem Zimmer? Wieso darf er nicht einmal aus dem Fenster blicken? Auf seine beharrlichen Fragen bekommt er auch keine Antwort, also beschließt er kurzerhand, die Wahrheit selbst herauszufinden – und damit beginnen erst die richtigen Probleme. Was ist das für eine seltsame Stadt, in der Koruk sich befindet? Warum scheinen ihn die Bewohner zu hassen? Und was hat es mit dem Fluch auf sich, der es den Menschen verbietet, die Stadt zu betreten oder zu verlassen? Wenn Koruk am Leben bleiben und es je wieder aus diesem gläsernen Gefängnis hinaus schaffen will, muss er es wohl oder übel herausfinden. Mit Hilfe des Wandlers Manturo und des sturen Jungen Quenn macht sich Koruk auf die Suche nach der Wahrheit – und gerät dabei von einer schlimmen Situation in die Nächste. Wird es ihnen gelingen, den Wirker des Fluches zu finden? Oder ist es dafür bereits zu spät?

 

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#Autorinnenzeit: Meine Lieblingsautorinnen.

Also. Ich habe nachgezählt. Von den Büchern, die in meinen Regalen stehen, wurden 142 von Damen verfasst, 160 von Männern. Die Bücher, die nicht in der Wohnung stehen, nicht mitgezählt. Ein guter Schnitt. Wenn ich allerdings spontan sagen müsste, welche dieser Autoren und Autorinnen ich am liebsten habe, dann sieht die Sache wieder ein bisschen anders aus. Alex Capus, Michael Ende, Rick Yancey – alles Männer. Und wo sind die Frauen? Da musste ich tatsächlich darüber nachdenken! Woran das liegt? Keine Ahnung, ehrlich. Hier eine Liste meiner eigenen Ausreden: Männer schreiben weniger schnulzig. Männer schreiben über interessantere Themen. Männer haben eher meinen schwarzen Humor. Stimmt das? Nein. Ich werde es beweisen!


Hypothese I: Männer haben eher schwarzen Humor.

„Ich weiß, sie wollten, daß ich ‚ja‘ sage, damit Sie das Vergnügen hätten, meinen Geschmack zu verachten; aber ich habe stets Freude daran, diese Art Intrigen zunichte zu machen und den Betreffenden um seine vorbedachte Verachtung zu bringen. Ich habe mich deshalb entschlossen, Ihnen zu sagen, daß ich keineswegs einen Reel tanzen möchte – und nun verachten Sie mich, wenn Sie es wagen.“

– Jane Austen, Stolz und Vorurteil.

AustenZynisch, ironisch, mit einem fast schon bösartigen Schneid: Jane Austen.

In ihren gesellschaftskritischen Büchern geht es um starke, eigenwillige Frauen, die die Schnauze voll haben von Zwangsheirat und gesellschaftlicher Etikette. Gewitzt und humorvoll werden die Gegebenheiten des 18.Jahrhunderts karikiert, wobei weder vor Geistlichen noch vor Leutnants halt gemacht wird – und am allerwenigsten vor eingebildeten Adeligen wie Mr. Darcy zum Beispiel. Auch, wenn es tatsächlich auch um Liebe geht: Jane Austens Humor macht ihre Bücher zu einem wirklichen Genuss. Alleine schon dafür verdient sie es, als eine meiner liebsten Autorinnen und auch als Vorbild aufgezählt zu werden, denn, sich in ihrer Zeit auch als Autorin durchzusetzen (sie veröffentlichte anonym mit „by a lady“) ist mehr als bewundernswert.


Hypothese II: Männer schreiben weniger schnulzig.

“He died violent and young and desperate, just like we all knew he’d die someday.”

― S.E. Hinton, The Outsiders

hintonIch weiß nicht, wie viele von euch S.E. Hintons The Outsiders gelesen haben, aber auch, wenn es Schullektüre bei uns war: ich liebe es. Brutal, ehrlich, direkt. Kein Schnulz. Keine Romantik. Ein Buch über Freundschaft, über die Gesellschaft, über eine Gruppe junger Burschen, ohne jede Zukunft, die trotzdem nicht gewillt ist, aufzugeben. Echte Charaktere, die mich auch Jahre später noch faszinieren. Ich habe keine Lieblingsbücher in diesem Sinne, aber The Outsiders ist auf jeden Fall ein heißer Kandidat.

Und weil wir hier beim Thema Männer sind: wisst ihr, warum Susan E. Hinton als S. E. Hinton veröffentlichte? Sie wollte, dass die Leser denken, sie sei ein Mann, da nur Männer qualitativ hochwertige Bücher schreiben können. Ha! So ein Blödsinn.


Hypothese III: Männer schreiben über interessantere Themen.

 „There are some things you can’t share without ending up liking each other, and knocking out a twelve-foot mountain troll is one of them.”

 – J.K. Rowling, Harry Potter and the Philosopher’s Stone

rowlingKein Plädoyer für weibliche Autoren, ohne, dass nicht einmal der Name J.K. Rowling fällt – und zwar aus gutem Grund. Die Heldin unserer Kindheit. Die größte Magierin von allen. Sie hat uns eine zweite Realität geschenkt, eine Welt voller Zauberei, voll wilder Kreaturen, voller Freundschaft und Abenteuer, bequem zu erreichen von unter der Bettdecke. Von allen Autorinnen ist sie meine liebste. Ihre Bücher sind kreativ, sie sind spannend, sie sind lustig und haben eine ganze Generation von Zauberern herangezüchtet, die alle heimlich einen gepackten Koffer unter dem Bett aufbewahren, nur für den Fall, dass eines Tages doch noch diese verdammte Eule mit dem blöden Brief kommt und sie endlich nach Hause holt, nach Hogwarts. Sie war und ist eines meiner größten Vorbilder und selbst die, die ihre Bücher nicht mögen (verstehe ich nicht) oder sie nicht gelesen haben (warum?!?!), müssen eingestehen, dass sie eine der ganz, ganz Großen ist: denn wer – außer Harry Potter – kann schon von sich behaupten, dass jedes Kind seinen Namen kennt?


So. Ich habe mich selbst widerlegt. Drei Autorinnen, die wie Männer schreiben? Oder drei Autorinnen, die wie Autorinnen schreiben, die einfach mehr drauf haben, als platte Witze, wilde Zungenküsse und Liebesschwüre unterm Sternenhimmel. Frauen können auch schreiben. Und zwar genauso gut wie Männer – oder sogar noch besser! An beiden Fronten gilt: man muss nur die richtigen Bücher finden.

[REZENSION]: Markus Müller – Verhext

Bibliografische Angaben

Autor/In Markus Müller
Titel Verhext – Phantastische Erzählungen
Verlag Selfpublisher | Qindie
Format Print, Ebook
Seitenzahl 142
Erscheinungsdatum 19. Oktober 2015
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Fantasy, Kurzgeschichten
Schlagwörter Kurzgeschichten, Fantasy, Magie, Gefahr
Leseprobe Link zu Amazon

Klappentext

Wenn ich doch nur zaubern könnte!

Wer von uns hat sich das nicht schon einmal gewünscht? Doch selbst mit Magie wird das Leben nicht unbedingt einfacher, das müssen auch die Helden in diesen fünf zauberhaften Geschichten am eigenen Leib erfahren.

Denn nicht selten funktioniert die Magie ganz anders als erwartet, und fast immer gilt es, einen Preis zu zahlen für die Erfüllung magischer Wünsche – sei es bei einem vermeintlich einfachen Liebeszauber oder gar bei dem Versuch, den Tod selbst zu überlisten …

Der erste Satz

„Hast du dafür eine Erklärung?“

Zur Geschichte selbst

Verhext ist ein Sammelband mit fünf phantastischen Erzählungen, die alle in unterschiedliche Welten und Geschichten eintauchen lassen. Wir leiden mit der Magierin Catya, die sich mit den Regeln und Strafen der Magierakademie herumzuplagen hat, begegnen Kendra von den Meeren auf einem geisterhaften Strand, der wahren Liebe in einer düsteren Zitadelle, einer Horde Bestien im 11.Jahrhundert und dem Herr der Toten selbst. Verhext, Kendras Auge, Nur ein Stein, Exsanguis, Glaswiesentänzer, so heißen die Geschichten. Ihnen allen ist eines gemeinsam: der Versuch, die Magie dazu zu nutzen, die eigenen Sehnsüchte zu stillen. Doch dass die Magie ihren eigenen Kopf hat, dass sie nicht alles heilen kann, dass sie gefährlich ist, einen manchmal auffrisst mir Haut und Haaren und ins Verderben stürzt, wird hier sehr eindrucksvoll dargestellt. Soweit so gut. Fünf Kurzgeschichten, es geht um Magie. Nur dass eine so einfache, oberflächliche Beschreibung in diesem Fall nicht ausreicht. Denn egal, wie man es zusammenfasst, es ist unmöglich, die Tiefe dieser kurzen Geschichten auch nur ansatzweise zu erfassen. Jede Erzählung ist ein Werk für sich und öffnet ein Tor zu einer neuen Welt, so ausgefeilt und durchdacht, dass man aus jeder der Geschichten einen neuen Roman machen könnte. Wie das möglich ist? Lasst es mich erklären.

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[Rezension] Vicky Steidl – Ziemlich Rote Rosen

Bibliografische Angaben

Autor/In Vicky Steidl
Titel Ziemlich Rote Rosen
Verlag Selfpublisher | KDP
Format E-Book
Seitenzahl 108
Erscheinungsdatum 09. September 2015
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Liebesroman
Schlagwörter Liebe, Glück, Sinn des Lebens, Weltanschauung
Leseprobe Link zu Amazon

Klappentext

HENRY:
„Wie soll man Fiona beschreiben? Manche würden sagen, als Fiona und ich uns trafen, prallten zwei Welten aufeinander – doch das trifft es nicht einmal im Entferntesten! Als dieses elfengleiche Wesen, das wohl einem Disney-Film entsprungen ist, sich das erste Mal ungefragt an meinen Tisch setzte, war mir klar, dass sich mein Leben von Grund auf ändern würde. Ich wusste nicht, warum und ich wusste nicht, wie. Aber plötzlich änderte sich alles, als diese schrille, chaotische, turbulente, zierliche Frau, die mit ihrer Präsenz ganze Hallen füllen kann, sich zu mir setzte und sagte: „Hallo, Herr Gast. Leider weiß ich Ihren Namen noch nicht. Mein Name ist Fidschi …“

FIONA:
„Die Menschen haben etwas gegen Unbeständigkeit und verstehen nicht, dass gerade diese andauernde Unbeständigkeit etwas Verlässliches an sich hat. Als ich Henry-ich-plane-jede-Sekunde-meines-Lebens traf, war mir sofort klar, dass er aus dem Chaos, das aus seinem perfekt geplanten Leben geworden war, nicht alleine herausfinden würde. Also habe ich geholfen. Dass er sich so an mich klammern würde, war mir damals nicht klar. Und dass seine Zuneigung nichts an meiner Lebenseinstellung ändern würde, war ihm nicht klar …“

Der erste Satz

Menschen sind ungewöhnliche Wesen.

Zur Geschichte selbst

Eine (fast) klassische Liebesgeschichte. Henry ist jung, attraktiv und erfolgreich; er führt ein perfektes Leben – bis auf einmal alles schief geht. Geld weg. Haus weg. Freundin weg. Henry hat einen Prozess am Hals und ist am Boden zerstört. Dann trifft er auf Fiona, oder besser Fidschi. Sie ist bunt, verrückt, rastlos und vorlaut – und Henry kann sie nicht ausstehen. Mit ihren klugen Sprüchen, ihrer unkonventionellen Denkweise und ihrer unbekümmerten Art ist sie so ziemlich das absolute Gegenteil von Henry. Trotz seines Widerwillens (oder gerade deshalb) macht sie es sich zur Aufgabe, sein Leben gezielt durcheinander zu bringen – zum besseren, wie sie findet. Doch Henry ist kein leichter Fall und ehe sie es sich versieht, ist er es, der ihr Leben aus den Fugen wirft. Es passiert, was passieren muss: Sie verlieben sich.

Soweit, so gut. Klingt wie eine klassische Liebesgeschichte? Ist es aber eigentlich nur zum Teil, das Buch kann nämlich weitaus mehr!

 

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