#Autorinnenzeit: Meine Lieblingsautorinnen.

Also. Ich habe nachgezählt. Von den Büchern, die in meinen Regalen stehen, wurden 142 von Damen verfasst, 160 von Männern. Die Bücher, die nicht in der Wohnung stehen, nicht mitgezählt. Ein guter Schnitt. Wenn ich allerdings spontan sagen müsste, welche dieser Autoren und Autorinnen ich am liebsten habe, dann sieht die Sache wieder ein bisschen anders aus. Alex Capus, Michael Ende, Rick Yancey – alles Männer. Und wo sind die Frauen? Da musste ich tatsächlich darüber nachdenken! Woran das liegt? Keine Ahnung, ehrlich. Hier eine Liste meiner eigenen Ausreden: Männer schreiben weniger schnulzig. Männer schreiben über interessantere Themen. Männer haben eher meinen schwarzen Humor. Stimmt das? Nein. Ich werde es beweisen!


Hypothese I: Männer haben eher schwarzen Humor.

„Ich weiß, sie wollten, daß ich ‚ja‘ sage, damit Sie das Vergnügen hätten, meinen Geschmack zu verachten; aber ich habe stets Freude daran, diese Art Intrigen zunichte zu machen und den Betreffenden um seine vorbedachte Verachtung zu bringen. Ich habe mich deshalb entschlossen, Ihnen zu sagen, daß ich keineswegs einen Reel tanzen möchte – und nun verachten Sie mich, wenn Sie es wagen.“

– Jane Austen, Stolz und Vorurteil.

AustenZynisch, ironisch, mit einem fast schon bösartigen Schneid: Jane Austen.

In ihren gesellschaftskritischen Büchern geht es um starke, eigenwillige Frauen, die die Schnauze voll haben von Zwangsheirat und gesellschaftlicher Etikette. Gewitzt und humorvoll werden die Gegebenheiten des 18.Jahrhunderts karikiert, wobei weder vor Geistlichen noch vor Leutnants halt gemacht wird – und am allerwenigsten vor eingebildeten Adeligen wie Mr. Darcy zum Beispiel. Auch, wenn es tatsächlich auch um Liebe geht: Jane Austens Humor macht ihre Bücher zu einem wirklichen Genuss. Alleine schon dafür verdient sie es, als eine meiner liebsten Autorinnen und auch als Vorbild aufgezählt zu werden, denn, sich in ihrer Zeit auch als Autorin durchzusetzen (sie veröffentlichte anonym mit „by a lady“) ist mehr als bewundernswert.


Hypothese II: Männer schreiben weniger schnulzig.

“He died violent and young and desperate, just like we all knew he’d die someday.”

― S.E. Hinton, The Outsiders

hintonIch weiß nicht, wie viele von euch S.E. Hintons The Outsiders gelesen haben, aber auch, wenn es Schullektüre bei uns war: ich liebe es. Brutal, ehrlich, direkt. Kein Schnulz. Keine Romantik. Ein Buch über Freundschaft, über die Gesellschaft, über eine Gruppe junger Burschen, ohne jede Zukunft, die trotzdem nicht gewillt ist, aufzugeben. Echte Charaktere, die mich auch Jahre später noch faszinieren. Ich habe keine Lieblingsbücher in diesem Sinne, aber The Outsiders ist auf jeden Fall ein heißer Kandidat.

Und weil wir hier beim Thema Männer sind: wisst ihr, warum Susan E. Hinton als S. E. Hinton veröffentlichte? Sie wollte, dass die Leser denken, sie sei ein Mann, da nur Männer qualitativ hochwertige Bücher schreiben können. Ha! So ein Blödsinn.


Hypothese III: Männer schreiben über interessantere Themen.

 „There are some things you can’t share without ending up liking each other, and knocking out a twelve-foot mountain troll is one of them.”

 – J.K. Rowling, Harry Potter and the Philosopher’s Stone

rowlingKein Plädoyer für weibliche Autoren, ohne, dass nicht einmal der Name J.K. Rowling fällt – und zwar aus gutem Grund. Die Heldin unserer Kindheit. Die größte Magierin von allen. Sie hat uns eine zweite Realität geschenkt, eine Welt voller Zauberei, voll wilder Kreaturen, voller Freundschaft und Abenteuer, bequem zu erreichen von unter der Bettdecke. Von allen Autorinnen ist sie meine liebste. Ihre Bücher sind kreativ, sie sind spannend, sie sind lustig und haben eine ganze Generation von Zauberern herangezüchtet, die alle heimlich einen gepackten Koffer unter dem Bett aufbewahren, nur für den Fall, dass eines Tages doch noch diese verdammte Eule mit dem blöden Brief kommt und sie endlich nach Hause holt, nach Hogwarts. Sie war und ist eines meiner größten Vorbilder und selbst die, die ihre Bücher nicht mögen (verstehe ich nicht) oder sie nicht gelesen haben (warum?!?!), müssen eingestehen, dass sie eine der ganz, ganz Großen ist: denn wer – außer Harry Potter – kann schon von sich behaupten, dass jedes Kind seinen Namen kennt?


So. Ich habe mich selbst widerlegt. Drei Autorinnen, die wie Männer schreiben? Oder drei Autorinnen, die wie Autorinnen schreiben, die einfach mehr drauf haben, als platte Witze, wilde Zungenküsse und Liebesschwüre unterm Sternenhimmel. Frauen können auch schreiben. Und zwar genauso gut wie Männer – oder sogar noch besser! An beiden Fronten gilt: man muss nur die richtigen Bücher finden.

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