[REZENSION]: Markus Müller – Verhext

Bibliografische Angaben

Autor/In Markus Müller
Titel Verhext – Phantastische Erzählungen
Verlag Selfpublisher | Qindie
Format Print, Ebook
Seitenzahl 142
Erscheinungsdatum 19. Oktober 2015
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Fantasy, Kurzgeschichten
Schlagwörter Kurzgeschichten, Fantasy, Magie, Gefahr
Leseprobe Link zu Amazon

Klappentext

Wenn ich doch nur zaubern könnte!

Wer von uns hat sich das nicht schon einmal gewünscht? Doch selbst mit Magie wird das Leben nicht unbedingt einfacher, das müssen auch die Helden in diesen fünf zauberhaften Geschichten am eigenen Leib erfahren.

Denn nicht selten funktioniert die Magie ganz anders als erwartet, und fast immer gilt es, einen Preis zu zahlen für die Erfüllung magischer Wünsche – sei es bei einem vermeintlich einfachen Liebeszauber oder gar bei dem Versuch, den Tod selbst zu überlisten …

Der erste Satz

„Hast du dafür eine Erklärung?“

Zur Geschichte selbst

Verhext ist ein Sammelband mit fünf phantastischen Erzählungen, die alle in unterschiedliche Welten und Geschichten eintauchen lassen. Wir leiden mit der Magierin Catya, die sich mit den Regeln und Strafen der Magierakademie herumzuplagen hat, begegnen Kendra von den Meeren auf einem geisterhaften Strand, der wahren Liebe in einer düsteren Zitadelle, einer Horde Bestien im 11.Jahrhundert und dem Herr der Toten selbst. Verhext, Kendras Auge, Nur ein Stein, Exsanguis, Glaswiesentänzer, so heißen die Geschichten. Ihnen allen ist eines gemeinsam: der Versuch, die Magie dazu zu nutzen, die eigenen Sehnsüchte zu stillen. Doch dass die Magie ihren eigenen Kopf hat, dass sie nicht alles heilen kann, dass sie gefährlich ist, einen manchmal auffrisst mir Haut und Haaren und ins Verderben stürzt, wird hier sehr eindrucksvoll dargestellt. Soweit so gut. Fünf Kurzgeschichten, es geht um Magie. Nur dass eine so einfache, oberflächliche Beschreibung in diesem Fall nicht ausreicht. Denn egal, wie man es zusammenfasst, es ist unmöglich, die Tiefe dieser kurzen Geschichten auch nur ansatzweise zu erfassen. Jede Erzählung ist ein Werk für sich und öffnet ein Tor zu einer neuen Welt, so ausgefeilt und durchdacht, dass man aus jeder der Geschichten einen neuen Roman machen könnte. Wie das möglich ist? Lasst es mich erklären.

Meine Meinung

 

verhext

Als ich Verhext gekauft habe, wusste ich nicht, was auf mich zukommt. Ich mag keine Kurzgeschichten, schon gar keine Sammlungen. Auch das Cover hat mich nicht so recht überzeugt, aber wegen der interessanten Leseprobe wollte ich dem Büchlein, das knapp 140 Seiten umfasst, trotzdem eine Chance geben. Ich habe das Buch aufgeschlagen – und war fasziniert. Nach der ersten Erzählung, Verhext, dachte ich mir: von diesem Autor will ich unbedingt mal einen Roman lesen. Toller Stil. Tolle Handlung. Dann kamen die anderen Geschichten und meine Faszination wurde zu etwas, das man vermutlich nur mit Bewunderung oder Verehrung umschreiben kann. Markus Müller schafft es, in jeder dieser fünf Geschichten ein ganz eigenes Universum zu erschaffen, eine Erzählung mit fünfzig Seiten fühlt sich an, als hätte man einen ganzen Roman gelesen, mit einer so intensiven Atmosphäre, dass sie noch lange nachwirkt. Dies gelingt ihm mit einer solchen Wortgewalt und Sprachpoesie, dass ich sogar immer wieder Stellen anstreichen musste – etwas, was ich sonst nie tue. Mit einer Phantasie, die an die Genialität von Michael Ende grenzt, und einer Sprache, die einen nicht nur an die Handlung bindet, sondern auch tiefe Gefühle in einem hervorruft, weiß der Autor den Leser zu fesseln. Exsanguis vielleicht weniger, aber vor allem Nur ein Stein und Glaswiesentänzer waren für mich so wunderschön, dass ich sie am liebsten immer wieder lesen würde, nur um noch einmal die Poesie hinter den Worten zu entdecken und mich von dieser düsteren, melancholischen Atmosphäre gefangen nehmen zu lassen.


Mein Fazit

Verhext ist ein unglaubliches Stück Sprache, das mich mehr als fasziniert und inspiriert hat: Es hat mich in meiner Seele berührt – und das kann ich wirklich nicht von vielen Büchern behaupten. Ich denke, ich muss an dieser Stelle auch nicht mehr dazu schreiben, ihr dürftet meinem Lobgesang bereits entnommen haben, was ich euch sagen will: Kauft das Buch. Lasst euch davontragen. Lasst euch inspirieren. Es ist das beste Buch, das ich letztes Jahr gelesen habe und vermutlich auch eines der besten, das ich jemals gelesen habe. Also los!

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Ein Gedanke zu “[REZENSION]: Markus Müller – Verhext

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