[Rezension] Vicky Steidl – Ziemlich Rote Rosen

Bibliografische Angaben

Autor/In Vicky Steidl
Titel Ziemlich Rote Rosen
Verlag Selfpublisher | KDP
Format E-Book
Seitenzahl 108
Erscheinungsdatum 09. September 2015
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Liebesroman
Schlagwörter Liebe, Glück, Sinn des Lebens, Weltanschauung
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Klappentext

HENRY:
„Wie soll man Fiona beschreiben? Manche würden sagen, als Fiona und ich uns trafen, prallten zwei Welten aufeinander – doch das trifft es nicht einmal im Entferntesten! Als dieses elfengleiche Wesen, das wohl einem Disney-Film entsprungen ist, sich das erste Mal ungefragt an meinen Tisch setzte, war mir klar, dass sich mein Leben von Grund auf ändern würde. Ich wusste nicht, warum und ich wusste nicht, wie. Aber plötzlich änderte sich alles, als diese schrille, chaotische, turbulente, zierliche Frau, die mit ihrer Präsenz ganze Hallen füllen kann, sich zu mir setzte und sagte: „Hallo, Herr Gast. Leider weiß ich Ihren Namen noch nicht. Mein Name ist Fidschi …“

FIONA:
„Die Menschen haben etwas gegen Unbeständigkeit und verstehen nicht, dass gerade diese andauernde Unbeständigkeit etwas Verlässliches an sich hat. Als ich Henry-ich-plane-jede-Sekunde-meines-Lebens traf, war mir sofort klar, dass er aus dem Chaos, das aus seinem perfekt geplanten Leben geworden war, nicht alleine herausfinden würde. Also habe ich geholfen. Dass er sich so an mich klammern würde, war mir damals nicht klar. Und dass seine Zuneigung nichts an meiner Lebenseinstellung ändern würde, war ihm nicht klar …“

Der erste Satz

Menschen sind ungewöhnliche Wesen.

Zur Geschichte selbst

Eine (fast) klassische Liebesgeschichte. Henry ist jung, attraktiv und erfolgreich; er führt ein perfektes Leben – bis auf einmal alles schief geht. Geld weg. Haus weg. Freundin weg. Henry hat einen Prozess am Hals und ist am Boden zerstört. Dann trifft er auf Fiona, oder besser Fidschi. Sie ist bunt, verrückt, rastlos und vorlaut – und Henry kann sie nicht ausstehen. Mit ihren klugen Sprüchen, ihrer unkonventionellen Denkweise und ihrer unbekümmerten Art ist sie so ziemlich das absolute Gegenteil von Henry. Trotz seines Widerwillens (oder gerade deshalb) macht sie es sich zur Aufgabe, sein Leben gezielt durcheinander zu bringen – zum besseren, wie sie findet. Doch Henry ist kein leichter Fall und ehe sie es sich versieht, ist er es, der ihr Leben aus den Fugen wirft. Es passiert, was passieren muss: Sie verlieben sich.

Soweit, so gut. Klingt wie eine klassische Liebesgeschichte? Ist es aber eigentlich nur zum Teil, das Buch kann nämlich weitaus mehr!

 

Meine Meinung

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Alleine der Titel schon – Ziemlich Rote Rosen – klingt natürlich nach schlimmstem Kitsch. Trotzdem habe ich dem zugegebenermaßen recht kurzen Büchlein eine Chance gegeben und war positiv überrascht! Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte und natürlich ist sie teilweise recht vorhersehbar – aber darum geht es in dem Buch eigentlich gar nicht. Vicky Steidl besticht nämlich weniger durch ihre Handlung selbst, als durch die Liebenswürdigkeit ihrer beiden Charaktere, die abwechselnd aus der Ich-Perspektive berichten, und, ganz besonders, durch die fast schon philosophische Denkweise.

Man könnte also sagen, Ziemlich Rote Rosen ist viel weniger eine Liebesgeschichte, als eine Art Experiment, ein Denkversuch, der sich mit den wichtigen Fragen der Menschheit befasst: Was ist Glück? Was ist der Sinn des Lebens? Wie lebe ich mein Leben? Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um?  Und wo kann ich an mir arbeiten?

Mit einer lockeren, angenehmen Sprache werden am Beispiel der beiden Charaktere auf sehr humorvolle Art unterschiedliche Denkmuster aufgemischt und so lange durcheinander gewirbelt, bis der Leser sich unwillkürlich selbst zu fragen anfängt: Wo bin ich ein bisschen zu viel Henry? Wo ein bisschen zu sehr Fiona? Und wie werde ich mehr zu dem, was ich eigentlich sein will?

 


Mein Fazit

Mir haben die Ideen und Umsetzungen der Autorin wirklich gut gefallen, auch die Sprache und der Humor waren überzeugend, von Anfang bis zum (doch sehr spannenden) Ende hin. Es war zwar nicht fesselnd im eigentlichen Sinne, aber trotzdem wollte ich immer weiterlesen und habe das Buch auch innerhalb von ein paar Stunden mit einem amüsierten Dauer-Schmunzeln im Gesicht beendet gehabt. Es ist kein bitterböser Lebensratgeber, der einem das Leben umkrempelt. Es ist auch keine schmalzige Liebesgeschichte, die einen zum Dahinschmelzen bringt oder einem Gänsehaut verursacht. Es ist einfach eine liebe Geschichte, die einen zum Lächeln bringt und zum Nachdenken anregt, eine perfekte Lektüre für Zwischendurch, bei der man vielleicht sogar am Ende etwas fürs eigene Leben lernen kann.

Daher kann ich die Geschichte mit gutem Wissen und Gewissen an jeden weiterempfehlen, in der Hoffnung, dass das Leben dadurch für uns alle ein bisschen weniger Henry und ein bisschen mehr Fidschi wird!

 

 

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