[Rezension] Nika Sachs – Namenlos

Bibliografische Angaben

Autor/In Nika Sachs
Titel Namenlos – Eine Frankfurter Novelle
Verlag Selfpublisher | Books on Demand
Format Hardcover, E-Book
Seitenzahl 92 Seiten
Erscheinungsdatum 12. September 2016
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Gegenwartsliteratur
Schlagwörter
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Klappentext

Namen sind Schall und Rauch. Das denkt sich auch die junge Frau, die den Unbekannten am Nachbartisch anspricht. Sich gegenseitig vorstellen, interessant finden, verabreden, ausgehen und am Ende intim werden – ein alter Hut. Wie lernt man sich am besten kennen? Rückwärts, findet sie. So bestehen die unkonventionellen Dates der beiden Protagonisten aus schwarzhumorigen und tiefsinnigen Gesprächen über Literatur, Arbeit, Liebe und dem magischen Moment der Zweisamkeit mit einem unbekannten Menschen. Vor allem aber beinhalten sie eines nicht: die Frage nach dem Namen. Wie so oft folgen Leben und Liebe aber ihren ganz eigenen Gesetzen und komplizieren das Vorhaben mit der möglichst späten Auflösung des Geheimnisses…

Der erste Satz

„Schwarz wie die Nacht, der Toast-Tod am Morgen.“

Zur Geschichte selbst

Mit nicht einmal einhundert Seiten ist das Büchlein an sich schon außergewöhnlich. Immerhin steht Novelle auf dem Umschlag, so dass man darüber hinwegsehen und es mal kurz nebenbei lesen kann. Ätsch, Fehlanzeige. Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der es schafft, diese Geschichte einfach mal locker nebenbei zu lesen. Es geht um die ungewöhnliche Liebe der beiden Protagonisten (die – wie der Titel schon sagt – namenlos sind), die sich in einem etwas ungewöhnlichen Sozialpsychologischen Experiment rückwärts kennenlernen. Weil sie an der konventionellen Methode gescheitert sind. So drehen sich die „Dates“ der beiden Protagonisten um Gespräche über das Leben, die Arbeit und Kultur. Ohne die Frage nach dem Namen des Gegenübers.

Meine Meinung

Zugegeben, die Novelle hat mich einigermaßen geschockt. Allerdings im positiven Sinn. Vielleicht, aber auch nur vielleicht hat die Autorin mich emotional ziemlich unter Beschuss genommen, während ich ihr Buch gelesen habe. In diesen knapp 90 Seiten (die im Übrigen falsch nummeriert sind – die geraden Seitenzahlen befinden sich rechts) stecken so viele Emotionen. Die volle Bandbreite von Seelenschwarztief bis Liebeshoch.

Die Magie der Geschichte nimmt den Leser dauerhaft mit. Wie eingangs erwähnt ist es nicht möglich, dieses Buch einfach nebenbei zu lesen. Denn wenn man einmal anfängt, kann man sich kaum mehr davon loslösen.

Letzteres ist aber ehrlicherweise auch dem Umstand geschuldet, dass die Sprache ziemlich kulturell ist. Fachleute aus dem Feuilletonmilieu hätten ihre herbe Freude daran.


Mein Fazit

Es ist schon eine Sache, den Leser mit voller Breitseite unter Beschuss zu nehmen (zumindest was Emotionen angeht). Eine ganz andere ist es, dieses emotionale Dauerfeuer auch bis zum Ende beizubehalten.

Auch Stunden nach dem letzten Satz habe ich keine Ahnung, wie ich mich dabei fühlen möchte. Wahrscheinlich bin ich einerseits froh, dass die Geschichte auf diese Art ihr Ende (oder vielleicht einen Anfang?) gefunden hat. Andererseits war die Geschichte natürlich viel zu kurz, wie das bei guten Büchern eben öfter der Fall ist.

Wer weiß schon, was das Leben noch bereithält? Diese Geschichte, die auf ganz realen Erfahrungen der Autorin (vielleicht ist ihr alter Ego – Bordsteinprosa – besser bekannt) beruhen. Namenlos erzählt eine Geschichte, die das Leben geschrieben hat. Und gerade die Schriftsteller unter uns wissen: Das sind immer die besten Geschichten.

 

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2 Gedanken zu “[Rezension] Nika Sachs – Namenlos

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