[Rezension] Paragrafen und Prosecco: Justitia und das wahre Leben – Janine Achilles und Katharina Mosel

Bibliografische Angaben

Autor/In Janine Achilles und Katharina Mosel
Titel Pargrafen und Prosecco: Justitia und das wahre Leben
Verlag Selfpublisher | tredition
Format Taschenbuch und e-Book
Seitenzahl 292 Seiten
Erscheinungsdatum 15. Juni 2016
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren (eher wegen dem Thema Jura)
Genre Gegenwartsliteratur
Schlagwörter Gegenwartsliteratur, Anwältin, Familienrecht, Arbeitsrecht, Prosecco
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Klappentext

Die ehemaligen Studienkolleginnen Ida und Karla treffen zufällig wieder aufeinander und beschließen gemeinsam eine Kanzlei zu gründen. Unterstützt werden beide von Susi, die das Examen wegen Prüfungsangst nicht bestanden hat und ohne die beiden Freundinnen bis ans Ende ihrer Tage kellnern müsste. Schon bald kommen die ersten Aufträge, die so bunt sind wie das wahre Leben. Die jungen Frauen erkennen schnell, dass die Lösung nicht immer im Gesetz steht, sondern Einfühlungsvermögen und Herz erfordert. Während sich Ida mit der unerwarteten Eifersucht ihres Gatten herumschlagen muss, rutscht Susi von einer amourösen Katastrophe in die nächste. Nur Karla will mit Männern nichts zu tun haben. Das sieht nicht nur der charmante Kollege aus der Nachbarkanzlei, der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht, völlig anders … In ihrem ersten Roman gewähren die beiden Anwältinnen Janine Achilles und Katharina Mosel einen humorvollen Einblick in die Welt einer Anwaltskanzlei.

Der erste Satz

Es regnete, wie so oft in Hamburg.

Zur Geschichte selbst

Die Anwältinnen Karla Martini und Ida Johannsen treffen sich zufällig auf einer Party und merken, dass beide zwar unbedingt als Anwältinnen arbeiten wollen, aber die Realität nicht ihren Vorstellung entspricht. Was sollen die Damen also machen?

Meine Meinung

Karla und Ida sind beide Anwältinnen mit unterschiedlichen Hintergründen, die sich jedoch während des Studiums kennengelernt und dann aus den Augen verloren haben.

Die Geschichte beginnt kurz vor Weihnachten. Während Karla gerade dabei ist ihr Referendariat abzuschließen und zum Jahreswechsel sich was Neues suchen muss, ist Ida verheiratet und Mutter.

Beide Frauen möchten als Anwältinnen arbeiten, gerade da Ida Angst hat, wenn sie zu lange aus dem Fach raus ist, nie wieder eine Anstellung zu bekommen. Also kommen sie auf die Idee, eine eigene Kanzlei zu gründen und werden von Karlas Freundin Susi als angehende Bürofachkraft unterstützt.

Zwar lassen die ersten Mandanten und Mandantinnen nicht auf sich warten. Doch müssen die Damen zittern, ob die Idee mit der eigenen Kanzlei nicht doch zu gewagt war. Immerhin sind sie neu im Beruf. Und sowohl beruflich und privat läuft es doch ziemlich turbulent.

Was mich an diesem Buch immer noch fasziniert ist die Tatsache, dass es sehr leicht und locker zu lesen ist, zu keinem Zeitpunkt langweilig ist und dabei so gesehen, nie die wahnsinnige Spannung entstehen muss, wie bei einem Thriller. Es liest sich trotzdem fast von Selbst.

Denn eigentlich wollte ich an letzten Freitag nur mal kurz reinlesen, wie das Buch so ist, obwohl es noch gar nicht dran kommen sollte. Da hatte ich nur die ersten drei Kapitel gelesen. Am darauffolgenden Sonntag kam ich einfach nicht mehr von dem Buch los und hab es fast ausgelesen. Und am Montag hatte ich es dann durch.

Dieses Buch hatte mich wirklich gefesselt und geknebelt und ließ mich einfach nicht los. Vielleicht liegt es daran, dass ich vor Kurzem selbst eine Station im Familiengericht hatte (in meiner Ausbildung) oder ich aus dem juristischen Bereich komme, ich kann es nicht sagen. Auf alle Fälle, es war spannend, weil man einfach hinter die Kulissen schauen konnte, wie junge Anwältinnen und Anwälte arbeiten (könnten).

Besonders die Gedankengänge der Frauen haben mich sehr häufig an mich selbst erinnert. So konnte ich durchaus nachvollziehen, warum sie bei einigen Dingen so gedacht und gehandelt haben, wie es im Buch beschrieben wurde.

Das Einzige, was mich durchaus gestört hat, waren die manchmal doch sehr langatmigen Dialoge. Es wirkte zuweilen schon sehr gestellt. Und ich habe mich gefragt, reden Menschen mit einer juristischen Ausbildung wirklich so? Oder hätte man hier nur ein wenig Dynamik einbringen können, damit das lebendiger wirkt? Ich fürchte leider Letzteres.

Weiterhin hat mich gestört, dass gelegentlich innerhalb eines Absatzes die Perspektiven getauscht wurden. Wenn das gut gemacht ist, kann ich darüber hinwegsehen, weil ich das als raffinierten Kniff anerkenne. Wenn ich aber dann dasitze und mich frage, in welchem Kopf ich stecke, sieht das hingegen anders aus. Hier wäre es schön gewesen, wenn die Autorinnen konsequenter bei der Perspektive geblieben wären.


Mein Fazit

Auch wenn sich das wie eine reine Werbung für dieses Buch handelt, so muss ich einfach gestehen, ich bin immer noch begeistert davon. Es ist ein durchaus sehr starkes Erstlingswerk der beiden Autorinnen, die selbst Anwältinnen sind. Der Roman ist angenehm und locker geschrieben und es macht zu jedem Zeitpunkt Spaß den fiktionalen Damen zu folgen. 

Zwar hatte ich manchmal dieses Fragezeichen im Gesicht, ob das wirklich im realen Leben so abläuft (zum Beispiel die Geschwindigkeit, mit der die beiden Anwältinnen sich einig werden, bezüglich der Selbstständigkeit).

Und wenn man ganz ehrlich ist, so passiert eigentlich kaum etwas in diesem Buch, was man als einen roten Leitfaden bezeichnen kann. Doch seltsamerweise tut das der Geschichte überhaupt keinen Abbruch. Denn es liest sich von selbst und irgendwie total spannend.

Man möchte schon Wissen, was mit den ganzen Mandantinnen und Mandanten passiert, die bei den Anwältinnen erscheinen. Aber auch bei den Damen (sowohl Karla und Ida als auch Susi) wollte ich wissen, wie es privat mit denen weitergeht.

Daher habe ich mich gefragt, ob ich hier gerne einen zweiten Teil lesen würde. Zum einen ja, weil ich eben gerne wissen möchte, wie es mit den Frauen weiter geht. Und zugleich nein, weil ich es als ein starkes Werk für sich sehe. Es kann also gut und gerne alleine stehen, ohne sich irgendwie hinter einem zweiten Teil verstecken zu müssen.

Daher hoffe ich durchaus, dass sich die beiden noch einmal zusammensetzen und einen weiteren Roman schreiben. Und ich würde mir dann wünschen, dass sie besonderen Wert auf die Dialoge und die Perspektive legen.

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