[Gastbeitrag] Welcher Autorentyp bist du?

Welcher Autorentyp bist du?

Bist du ein introvertierter Liebesromanschreiber? Vertreibst du mit deiner unwiderstehlichen Persönlichkeit Feel-Good-Ratgeber? Hängst du verbissen am Exposé, bis du endlich den Täter enttarnen darfst? Oder gehst du zwischendurch chillen? Mit diesem Psychotest* findest du heraus, welcher Autorentyp du bist!

1 Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?

  • In der Schule. 1P

  • Seit ich denken kann, trage ich einen Roman in mir, den ich der Welt schenken will. 3P

  • Hat sich so ergeben. 4P

  • Es traf mich wie der Blitz – seitdem schreibe ich! 2P

2 Welcher Romanfigur würdest du gern mal begegnen?

  • Robinson Crusoe 4P

  • Elizabeth Bennet 3P

  • Hannibal Lecter 1P

  • Jack Skellington 2P

3 Welchem berühmten Autor würdest du gern begegnen?

  • Edgar Allen Poe 4P

  • John Grisham 1P

  • Diana Gabaldon 3P

  • Sidney Shel… Ahahaha! Du wolltest sicher fragen, welcher berühmte Autor mir am liebsten mal begegnen würde 🙂 2P

4 Über welche Eigenschaft sollte ein Autor auf jeden Fall verfügen?

  • Durchhaltevermögen 1P

  • Empathie 3P

  • Stabiles Selbstbewusstsein 2P

  • Von allem ein bisschen 4P

5 An welchem der folgenden Arbeitsplätze lässt du dich ohne zu zögern nieder?

  • Vorm Fernseher 4P

  • In einer gemütlichen Sitzecke 3P

  • An einem aufgeräumten Tisch mit dem nötigen Werkzeug 1P

  • An einem großen Schreibtisch mit PC / Laptop und WLAN in einem lichtdurchfluteten Raum 2P

6 Zu welchen Zeiten schreibst du überwiegend?

  • Wenn alles andere erledigt ist 3P

  • Morgens / abends vor bzw. nach der Arbeit 1P

  • Wenn die Muse mich küsst, greife ich zum Stift. 2P

  • Wenn ich Lust dazu habe 4P

7 Du hast eine Idee, aus der sich ein Roman entwickeln könnte. Wie gehst du vor?

  • Nach einer mehrere Monate dauernden Recherche schreibe ich ein ausführliches Exposé. Nachdem ich Rücksprache mit mehreren Experten gehalten habe, verfasse ich den Roman in der Zeit, die ich mir selbst vorgebe. 1P

  • Och … Ich schreib, wie’s gerade kommt. Wenn ich was nicht weiß, schaue ich bei Wikipedia nach. 4P

  • Recherchen? Exposé? Brauche ich nicht! Ich habe alles im Kopf und liefere in unglaublich kurzer Zeit ein Meisterwerk ab. 2P

  • Ich halte Zwiesprache mit meinem inneren Selbst und konsultiere meinen Reiki-Meister, bevor ich anfange. Danach überlasse ich die Handlung meinen Figuren. 3P

8 Du kommst mit deinem Text nicht weiter. Engagierst du einen Ghostwriter?

  • Auf keinen Fall! Dann ist der Text ja nicht mehr von mir! Und außerdem ist ein Ghostwriter viel zu teuer. 1P

  • Das geht vorbei. 4P

  • Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der meine Gefühle besser ausdrücken kann als ich. 3P

  • Hauptsache veröffentlichen! 2P

9 Wie verhältst du dich während der Arbeit an einem Roman?

  • Ganz normal. 4P

  • Ich bin ruhiger als sonst und ziehe mich häufig zurück, um intensiv an meinem Manuskript zu arbeiten. 3P

  • Ich ächze und stöhne, damit jeder mitbekommt, wie viel Energie ich in meinen Roman investiere. 2P

  • Je näher ich dem Schluss komme, desto angespannter und nervöser werde ich. Dann geht man mir besser aus dem Weg. 1P

10 Wie hältst du es mit der selbst oder von anderen auferlegten Deadline?

  • Ich liefere den Text mindestens eine Woche vor dem Abgabetermin ab. 1P

  • Ich reiche den Text aufgrund meiner anderen Verpflichtungen einen Tag vor dem Abgabetermin ein. 3P

  • Zwei Wochen vor dem Abgabetermin schreibe ich wie besessen und schicke das Manuskript am Abgabetag um 23:59 Uhr per Express-E-Mail an meinen Lektor oder Testleser. 2P

  • Zwei Tage vor dem Abgabetermin mache ich in einem alten Schulheft Stichpunkte zum Plot und schicke es am Abgabetag mit der Post weg. 4P

11 Dein Testleser oder dein Lektor schickt dir dein Manuskript nach einem Lesedurchgang zurück. Es strotzt nur so vor Anmerkungen. Wie reagierst du?

  • Ach, na ja, dann mach ich mich mal an die Überarbeitung … 4P

  • Bullshit! Die haben überhaupt nicht verstanden, worum es geht! 1P

  • Ich schraube hier und da ein wenig am Satzbau und schreibe einen Absatz neu, vorausgesetzt, er ist nicht länger als zwei Zeilen. Dann ist es perfekt! 2P

  • Ich brauche ein paar Tage, um die Wirkung der Anmerkungen in ihrer ganzen Kraft zu verarbeiten. Nach einem guten Gespräch mit meiner besten Freundin setze ich mich an die Überarbeitung. 3P

12 Dein Roman ist fertig und braucht einen Namen. Welcher Titel kommt deinem Roman am nächsten?

  • Der City-Würger 1P

  • Sommer mit Hund 3P

  • Noch ein Buch 4P

  • Glücklich mit Günter! 2P

13 Welche Grundfarbe wünscht du dir für das Cover deines Romans?

  • Ein geheimnisvolles Pastell-Azur 3P

  • Zitrusgelb 1P

  • Grün. Vielleicht. 4P

  • Sattes Rot in allen Schattierungen 2P

14 Der Tag der Veröffentlichung ist gekommen!

  • Ich gehe ganz normal zur Arbeit und stoße abends zu Hause mit Sekt auf den Roman an. 1P

  • Darauf habe ich lang gehofft 🙂 Ich gehe in meine Lieblingsbuchhandlung – und bin maßlos enttäuscht, dass mein Buch nicht ausliegt *schnüff * 3P

  • Ja, und? 4P

  • Ich habe im Vorfeld meine Kontakte spielen lassen und Presse, Funk und Fernsehen benachrichtigt. Sämtliche Buchhandlungen im Umkreis von 50 km habe ich mit meinem Roman auf Kommission beliefert, Flyer verteilt, Rezensenten klargemacht. Und abends schmeiße ich eine Riesenparty beim Edel-Italiener! 2P

15 Ein Leser hat eine schlechte Rezension über deinen Roman geschrieben. Wie reagierst du?

  • Wird wohl stimmen. 3P

  • So ein Armleuchter! 1P

  • Erst mal schauen, was auf Netflix läuft. 4P

  • Da liegt eine Verwechslung vor. Mein Roman ist über jeden Zweifel erhaben! 2P

16 In welcher Liste kannst du dir deinen Namen besonders gut unter den ersten hundert vorstellen?

  • Amazon Bestsellerliste 4P

  • Literaturnobelpreis-Anwärterliste 2P

  • Landesliste der Autorenclubs 3P

  • Spiegel Bestsellerliste 1P

17 Die nächste große Buchmesse steht vor der Tür. Was machst du?

  • Ich gehe mit meinen Freunden auf Autoren- und Autogrammjagd und treffe mich mit anderen Hobby-Autoren, die ich mag. 3P

  • Ich suche gezielt Stände und Veranstaltungen auf. 1P

  • Ich habe eine Lesung organisiert, damit ich hinterher ein Bad in der Menge nehmen kann. 2P

  • Vielleicht klicke ich mich zu Hause mal durchs Veranstaltungsprogramm. 4P

18 Plötzlich stehst du dem Bestsellerautor gegenüber, den du schon immer treffen wolltest. Alle Kameras sind auf euch gerichtet. Er begrüßt dich höflich und schüttelt dir die Hand. Was sagst du?

  • Also, Ihr letzter Roman war ganz schön lahm. 1P

  • Hallo Kollege! Haben Sie mein Buch gelesen?! *aufdieSchulterklopf* *indieKamerasstrahl* 2P

  • Über was soll ich denn mit dem sprechen? 4P

  • Mein Kopf ist vor Ehrfurcht wie leergefegt – mir fällt nichts ein. Also starre ich ihn stumm an. 3P

19 Nicht genug damit, dass du mit deinem Lieblingsautor ein paar Worte gewechselt hast oder auch nicht – da schiebt sich der Vorsitzende des PEN-Clubs an dich heran und raunt dir vertraulich ins Ohr: „Wir möchten Sie zum Ehrenmitglied ernennen.“ Wie lautet deine Antwort?

  • „Diese Ehre! Das kann ich doch nicht annehmen …“ 3P

  • „Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag?“ 1P

  • „Wurde auch Zeit!“ 2P

  • „Kann ich einen Flyer haben? Dann überleg ich mir das zu Hause in Ruhe, okay?“ 4P

20 Die erste Honorarabrechnung steht ins Haus. Leider fällt sie nicht ganz so aus wie erhofft. Zu allem Überfluss klingelt genau in diesem Moment das Telefon. Dein schreibender Kollege teilt dir lautstark mit, dass er nach dieser Ausschüttung ein Einfamilienhaus anzahlen kann. Was tust du?

  • Ich sage „Herzlichen Glückwunsch“ und hoffe, dass er zu glücklich ist, um länger mit mir telefonieren. Den Rest des Tages grübele ich darüber nach, warum er mehr Erfolg hat als ich. 1P

  • Ich sage: „Herzlichen Glückwunsch, meine Liebe!“, und flöte noch ein paar andere nette Dinge. Dabei schlucke ich die Enttäuschung über mein Versagen tapfer hinunter und nehme dankbar die Einladung zum Luxus-Brunch am nächsten Sonntag an. 3P

  • Ich sage: „Ist ja geilo. Lädst du mich zur Einweihungsparty ein?“, und beiße in mein Riesen-Sandwich. 4P

  • Ich stoße triumphierendes Geheul aus, recke die Faust in die Höhe und rufe: „Heureka! Lass uns unseren gemeinsamen Erfolg morgen beim Edel-Italiener mit Wein, Weib und Gesang feiern! Ich zahle!“ 2P

Auswertung

0-20 Punkte Typ Agatha: Mord um der Planung willen

Der Name „Agatha“ klingt nicht nur nach Gouvernante, er trifft auch voll auf dich zu. Und darauf bist du stolz! Wenn Dinge zwischen zwei Buchdeckeln geschehen, dann soll Blut fließen! Oder zumindest Schweiß beim Leser. Und wenn du ihn mit deinem Text nicht ins Schwitzen bringst, dann gibst du trotzdem alles, um hinterher sagen zu können: Das war ein hartes Stück Arbeit!

Hin und wieder lässt deine Akribie selbst hartgesottene Spezialisten verzweifeln. Du gibst nicht nach, bis jedes Komma steht, wo es hingehört, jeder Protagonist die Worte ausspricht, die ihn am treffendsten charakterisieren. In der Realität treibst du deine Genauigkeit hin und wieder auf die Spitze, aber deine Mitmenschen wissen: Was du dir vornimmst, das führst du perfekt zu Ende!

Dein Genre: Ein Verbrechen auf dem Papier zu planen ist für dich nichts anderes als eine willkommene logistische Herausforderung. Krimis sind für dich Fingerübungen, um schon bald den perfekten Thriller zu konzipieren. Hier kannst du die Gefühle rauslassen, die im Alltag eher unangemessen wären. Deine Leser freut’s, denn sie bekommen mit jedem Text von dir Gänsehaut frei Haus mitgeliefert.

Bis 40 Punkte Typ Homer: Licht aus! Spot an! Trommelwirbel!

Du könntest auch als Handelsvertreter glücklich werden, so lang du Publikum hast. Du willst deinen sowieso schon beachtlichen Erfolg mit einer intellektuellen Leistung krönen. Dabei kommt es dir nicht darauf an, welches Thema du behandelst, sondern darum, der Welt zu zeigen, dass du jederzeit an jedem Ort ein Epos von ewiger Bedeutsamkeit erschaffen kannst. Manchmal nervt dein Geltungsdrang ein bisschen, aber deine Strebsamkeit beschert dir stets genügend Bewunderer, die dir mehr oder weniger geduldig zuhören. Dein größter Fan bist du selbst, weshalb es dich nicht juckt, wenn ein Leser dein Werk als eher durchschnittlich bezeichnet. Echte Freundschaften sind im Haifischbecken der Verlagsbranche sowieso schwer zu finden!

Dein Genre: Du weißt über so ziemlich jedes wichtige Thema Bescheid und willst dein Wissen so vielen Menschen wie möglich unter die Nase reiben. Also schreibst du ein Sachbuch über den Bänderriss des Hundes und gehst auf Lesetournee. Außerdem haben Sachbücher einen unbezahlbaren Vorteil: Man formuliert die Realität locker-flockig um und ist auf den ganzen Firlefanz mit Fantasie und stimmigem Plot nicht angewiesen. Du gehst davon aus, dass dein Buch demnächst als Standardwerk einer wie auch immer gearteten Disziplin angepriesen werden wird. Falls es doch nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast, schreibst du einfach das nächste Sachbuch und lebst deinen Traum von Ruhm und Reichtum, was zwar ganz schön teuer werden kann, aber wozu ist man sonst auf der Welt?

Bis 60 Punkte Typ Rosamunde: Herzeleid

Die Liebe, ach! Sie reißt so viele Herzen entzwei … Du könntest auch in deinem Beruf als Krankenschwester oder -pfleger oder Sozialarbeiter glücklich sein, aber das Schicksal will es anders. Denn du trägst Geschichten in dir, die auf die Welt gebracht werden wollen. Und deshalb schreibst du. Oder vielmehr versuchst du es. Denn du bist ein wandelndes Helfersyndrom und stellst dein Hobby wie deine heimlichen Wünsche viel zu oft hinten an. Warum eigentlich? Man muss keinen Grund haben, um zu schreiben, man darf es einfach tun, weil es Spaß macht!

Dein Genre: Ganz klar Liebesromane. Du liebst es, den geheimen Wünschen deiner Figuren auf die Spur zu kommen, weil du gut darin bist, fremde Gefühle zu analysieren. Deine Romane enden meist gut, wenn auch der Plot eine bittersüße Komponente hat, wie es sie ebenfalls in deinem Leben gibt. Sei’s drum! Du weißt, dass gerade deshalb deine Leser deinen Figuren ebenso zugetan sind wie du und über Umwege nachempfinden können, was du fühlst. Das macht die Schreiberei für dich zu einer großen Bereicherung. Du träumst davon, irgendwann mit deinen großen Vorbildern in einem Atemzug genannt zu werden – aber dazu musst du deine Träume real werden lassen! Wenn dich also das nächste Mal jemand um Hilfe bittet, überleg genau, ob du nicht besser dran bist, wenn du an deinem Roman arbeitest. Die Welt wartet sehnsüchtig auf deine Geschichten!

Bis 80 Punkte Typ Edgar: Gechillt bis zum bitteren Ende

Du fühlst dich oft, als wärst du höchstpersönlich beim Untergang des Hauses Usher dabei gewesen: Tief in dir drin weißt du, dass über kurz oder lang alle realen und fiktiven Welten untergehen werden. Also lehnst du dich lieber ganz entspannt zurück und zappst dich durch die TV-Kanäle. Geschrieben wird nur, wenn sich eine Idee partout nicht verdrängen lässt. Lesungen findest du ganz interessant, siehst aber nicht ein, einen Vortrag vor einem Publikum zu halten, das selbst lesen gelernt hat. Autogramme würdest du auch ganz gern mal geben, aber dazu müsstest du ja das Haus verlassen oder mit deinen Lesern reden. Und wozu das Ganze? Das ist doch alles nur Show um des Geldes willen, und auf die große Show kannst du gut verzichten.

Aber sehen wir es mal positiv: Du gibst dich gekonnt den geselligen Dingen des Lebens hin, bevor es zu spät ist. Du hast keine Ahnung, ob du jemals einen Roman zu Ende schreiben oder gar veröffentlichen wirst. Aber das kratzt dich nicht – es gibt immer wichtigere Dinge, als sich hinter den Schreibtisch zu klemmen und fleißig zu sein.

Dein Genre: Du hättest zwar das Wissen und die Fähigkeit, Hochliteratur zu verfassen, aber du bist da eher der gechillte Typ – eh alles für die Katz. Deshalb ist dein Haus- und Hofgenre ganz allgemein die Dystopie, die gern andere Autoren verfassen dürfen. Und solltest du dich gedanklich doch mal in eine schönere Welt verirren und den Drang zu schreiben verspüren, dann wartest du ganz gechillt ab, bis ruhigere Zeiten kommen.

  • Die Grundlage zu diesem nicht ganz ernst gemeinten Test ist das Buch „Grundformen der Angst“ von Fritz Riemann. Der Test erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt auch keine Diagnose oder Behandlung durch einen erfahrenen bzw. praktizierenden Arzt oder Psychologen.

© Textflash Michaela Stadelmann 2016

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