[Rezension] Tanja Hanika: Zwietracht – Mörderische Freundschaft

bibliografische Angaben

Autor/In Tanja Hanika
Titel Zwietracht – Mörderische Zwietracht
Verlag Selfpublisher | CreateSpace, KDP
Format Paperback, E-Book
Seitenzahl 188
Erscheinungsdatum 08. September 2016
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 16 Jahren
Genre Horror
Schlagwörter Freundschaft, Horror
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Klappentext

Eine Schriftstellerin ohne Ideen.

Eine verschlossene Tür ohne Schlüssel.

Eine beste Freundin ohne Gnade.

Lina verbringt ein paar Urlaubstage in einer Hütte im Wald, um ihre Schreibblockade zu überwinden. Dort gibt es allerdings eine Tür, die sich weigert, das preiszugeben, was sie verbirgt. Linas beste Freundin Millie begleitet sie in den Schreiburlaub, doch gerade sie ist es, die Lina mit ihrem seltsamen und bedrohlichen Verhalten vollends aus der Bahn wirft. Was hat Lina allein mit ihrer besten Freundin im Wald zu befürchten?

Der erste Satz

„Lina keuchte.“ (Ja, das ist tatsächlich alles 🙂 )

Zur Geschichte selbst

Wer kennt sie nicht, diese überaus nervigen Schreibblockaden? Wenn alles nicht weiterhilft, fährt eine Horror-Autorin (die nach ihrem Bestseller kaum mehr ein Wort zu Papier bringt, das ihren Ansprüchen genügt) eben mal mit ihrer besten Freundin in eine abgelegene Hütte mitten im Wald, um wieder Schwung ins Schriftsteller-Leben zu bringen. Was kann da denn schon schiefgehen?

Meine Meinung

Vielen Dank an Tanja Hanika für die Bereitstellung des gruseligen Rezensionsexemplars.

Wie es sich für ein Buch gehört, dem „Horrorroman“ auf dem Cover prangt, hatte ich beim Lesen durchaus meine Schreckmomente (den Schluss nach 22 Uhr kurz vor dem Einschlafen zu lesen, war im Nachhinein nicht die klügste Entscheidung). Dabei fängt alles ganz harmlos an. Auf der Fahrt zum Haus am See erstickt Lina beinahe an einem Wassermelonenkaugummi, doch natürlich steht ihre beste Freundin Millie ihr bei und rettet sie. Was wir alle daraus lernen sollten: Bei der nächsten Nahtoderfahrung auf der Autobahn erstmal auf den Standstreifen fahren.

Ich finde es immer nett, wenn ein Horrorroman mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Vor allem sagt dieser Anfang einiges über die Freundschaft der beiden Hauptcharaktere aus. Millie (auf dem Beifahrersitz) schaltet erst die Musik leiser, bevor sie ihrer Freundin (und Fahrerin) das Leben rettet. Beste Freundinnen eben.

Nach diesem eher wenig horrormäßigen Einstieg geht es aber auch mit dem Gruseln los. Der Wald trägt seinen Teil zur Atmosphäre bei und die Hütte ist mir schon beim ersten Kontakt unheimlich. Idyllisch, aber unheimlich.

Interessant wird es aber erst nach Einbruch der Dunkelheit. Immerhin ist diese eine Tür nicht ohne Grund verschlossen. Soviel aber zum Inhalt. Wenn ich jetzt noch mehr dazu schreibe, drifte ich zu sehr in die Spoiler ab.

Stattdessen lieber zwei, drei Worte zum Cover: Es ist toll. Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt einen Ausschnitt einer Hütte im Wald in Form der Silhouette einer jungen Frau. So bekommt man gleich einen Eindruck, um was es wirklich geht: Junge Frau in einer Hütte im Wald. Die Farbgebung passt wunderbar zur düsteren Atmosphäre.

Zwietracht ist übrigens ein überaus passender Titel für den Roman. Schon nach wenigen Seiten kommen die beiden Freundinnen sich gegenseitig seltsam vor. Jede unterstellt der jeweils anderen aus unterschiedlichen Gründen Mordgedanken. Nicht gerade die beste Ausgangslage für einen entspannten Schreib- bzw. Fotografie-Urlaub im Wald. Kleiner Hinweis an Millie: Ich hätte die Kamera ja zu Hause gelassen…


Mein Fazit

Zugegeben, ich habe neben „Friedhof der Kuscheltiere“ von Stephen King nicht viele Horrorbücher gelesen. Deshalb kann ich „Zwietracht“ nicht (objektiv) dahingehend bewerten, ob es ein gutes Horrorbuch ist. Es ist gut geschrieben und jagt dem Leser hin und wieder einen wohlig eiskalten Schauer über den Rücken.

Splatter-Fans muss ich leider enttäuschen: Es gibt hier nur sehr wenig Blut. Der Horror ist hier viel subtiler. An manchen Stellen versteckt sich der Horror so gut, dass man ihn erst bemerkt, wenn es schon zu spät ist und man sich nicht mehr verstecken kann.

Ich finde, „Zwietracht“ bietet gelungene seelische Folter und einige gruselige Stunden. Nach dem Lesen kann ich Erstlesern nur empfehlen: Miete dir eine kleine Hütte in einem Wald und lies das Buch im Kerzenschein. Könnte allerdings passieren, dass du danach nie wieder in einen Wald gehen willst. Gern geschehen.

 

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