[Rezension] Tanja Hanika – Arbeitsbuch für Schriftsteller: Leitfäden, Checklisten und Planungsmodelle für Autoren

Bibliografische Angaben

Autor/In Tanja Hanika
Titel Arbeitsbuch für Schriftsteller: Leitfäden, Checklisten und
Planungsmodelle für Autoren
Verlag Selfpublisher | CreateSpace
Format Taschenbuch
Seitenzahl 74 Seiten
Erscheinungsdatum 23. April 2016
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 6 Jahren
Genre Schreibratgeber
Schlagwörter Sachbuch, Schreibratgeber, Leitfäden, Checklisten
Leseprobe Link zu Amazon

Klappentext

Das „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ ist selbst auszufüllen und umfasst alle wichtigen Phasen eines Romanprojekts, von der Figurenerstellung über die Plotstruktur bis hin zum Marketing. Durch Leitfäden, Checklisten und Planungsmodelle werden Sie beim Schreiben unterstützt. Darüber hinaus enthält es Definitionen und Informationsseiten wie beispielsweise zur Erzählperspektive, der Prämisse oder zum Exposé. Autorin Tanja Hanika entwickelte das „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ zur Unterstützung des Schreibprozesses auf der Grundlage ihres erfolgreichen Germanistikstudiums an der Universität Trier und anhand eigener, langjähriger Schreiberfahrungen. Planen auch Sie mühelos ihr nächstes Romanprojekt anhand vorgegebener Musterblätter.

Der erste Satz

Das „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ ist selbst auszufüllen und umfasst alle wichtigen Phasen eines Romanprojekts von der Figurenerstellung über die Plotstruktur bis hin zum Marketing.

Zum Buch selbst

Es handelt sich hierbei um ein Arbeitsbuch für Autorinnen und Autoren, welche ihren nächsten Roman schreiben möchten. Dabei gibt es viele Arbeitslisten, Leitfäden und Checklisten, mit denen Du sofort arbeiten kannst. Denn es ist kein Schreibratgeber.

Meine Meinung

In diesem Fall handelt es sich nicht um einen Roman, sondern um ein Sachbuch. Wenn man das Buch in den Händen hält, fällt sofort die Größe auf. Denn es ist fast DIN-A4 groß. Da man genügend Platz zum Schreiben benötigt, ist diese Größe durchaus Ideal. Andererseits ist es etwas schwierig das Buch auf dem Schoß zu halten, sollte man unterwegs sich ein paar Notizen machen. Da würde ich glatt wieder zum klassischen Notizbuch raten.

Und noch eine ganz kleine Warnung zum Buch. Es kann passieren, dass sich die Coverseite nach einigen Malen durchblättern oder beim Bearbeiten nach oben wellt. Das liegt wohl am Material. Aber so gesehen ist das kein Makel, sondern nur ein Hinweis, dass es passieren kann.

Zum Buch selbst möchte ich nur einige Auszüge besprechen, da es ansonsten zu viel wäre. Aber in der Leseprobe, welche oben verlinkt ist, kannst Du Dir das Inhaltsverzeichnis ansehen und Dir damit ein Bild von dem Buch machen.

Zuerst kannst Du mit einer Mindmap starten, bevor es dann richtig in die Bearbeitungsphase geht. Das bedeutet in diesem Fall, dass Du Dir einen Titel für Deinen Roman aussuchen kannst, wie Dein Klappentext aussieht und ähnliche Punkte. Diese Reihenfolge ist eine ganz andere Empfehlung, als ich bisher aus diversen Ratgebern kenne.

Dann kannst Du Dir Gedanken über Dein Genre machen, indem Du schreibst. Dazu zählen insbesondere die Regeln, die es gibt und von Dir eingehalten werden wollen und natürlich auch die, die Du brechen möchtest. Dabei ist es wichtig, willst Du diesen Punkt bearbeiten, dass Du die Regeln überhaupt kennst.

Weiter gibt es eine große Anzahl an Steckbriefen, mit denen Du Deine Figurenplanung betreiben kannst. Bei einem durchschnittlichen Roman dürften sie durchaus für Deine wichtigen Charaktere reichen. Schreibst Du hingegen einem Epos, sieht das, ganz klar, anders aus.

Als Nächstes bekommst Du Unterstützung bei der Plotplanung. Dazu gibt es Vorlagen wie für die Heldenreise (mit kurzen Informationen, was Du bei den Punkten eintragen kannst) oder auch die Sieben-Punkte-Struktur. Zudem hat die Autorin noch Platz für Fragen für Deinen Plotplan gelassen. So kannst Du Dir Notizen machen und Fragen stellen, wenn etwas offen geblieben ist und Du es noch einarbeiten möchtest.

Danach bekommst Du einige Übersichten für Deine Kapitel, Korrekturdurchgänge und eine Korrekturcheckliste. Und dann kannst Du die Arbeiten, die Du am Anfang erledigt hast, noch einmal ordentlich durcharbeiten. Damit meine ich die Coverarbeit oder Dein Klappentext.

Eine angenehme Überraschung fand ich, dass die Autorin Tipps und Tricks zum Thema Marketing gibt. Das lese ich so zum ersten Mal in einem Schreibratgeber / Schreibarbeitsbuch. Dazu zählen, welche Werbemöglichkeiten überhaupt für Dich in Betracht kommen (wieder als Mindmap), sowie eine Übersichtsliste mit Rezensionsblogs, die Du angeschrieben hast und zur Überwachung, wie die Rückmeldung ist, sowie Kontaktdaten und noch einige Seiten für Notizen.

Das sind, wie oben erwähnt, nicht alle Punkte aus dem Buch. Aber ich denke, das reicht, damit Du Dir ein Bild machen kannst. Entweder Du schaust noch einmal in die verlinkte Leseprobe oder vielleicht gönnst Du Dir auch das Buch.


Mein Fazit

Das Buch lässt mich sehr zwiegespalten zurück.

Die Idee selbst finde ich erst einmal klasse. Hier bekommst Du nicht einen Schreibratgeber, sondern eine Anleitung, mit der Du sofort arbeiten kannst, um am Ende eine Geschichte in den Händen zu halten. Zudem sogar noch Ideen für Dein Marketing. Es ist ein kleiner Alleskönner. Und ich denke schon, dass viele eine Anleitung gut gebrauchen können, an der sie sich halten, um dann zum Ziel zu kommen (ich möchte betonen, viele, nicht alle).

Doch bin ich mir immer noch nicht sicher, an wen sich das Buch wirklich richtet. Laut der Autorin eher an Fortgeschrittene. Und das stimmt. Denn erklärende Texte vermisst man hier eindeutig. Wer sich, als Beispiel, mit der Heldenreise auskennt, kommt mit dem Datenblatt zurecht. Aber nicht alle kennen die Schritte der Heldenreise. Das bedeutet, dass hier erst einmal recherchiert werden müsste, welche Schritte man bearbeiten muss (dafür reicht der Text der Autorin, bei aller Liebe, nicht aus) und was sie überhaupt bedeuten.

Andererseits, ich frage mich immer noch, brauchen fortgeschrittene Autorinnen und Autoren diese Unterstützung? Ich gehe selbst davon aus, wenn man eine oder zwei Geschichten geschrieben und sogar veröffentlicht hat, dass man einen eigenen Rhythmus gefunden hat. Daher wäre es vielleicht doch ein Buch für Anfängerinnen und Anfänger. Und dafür wieder herum hat es zu wenig erklärende Texte. Oder wüsstest Du jetzt spontan, wie man ein Klappentext schreiben kann? Ich nicht.

Zudem ist das Buch nicht ganz günstig. Es kostet knapp 15 Euro für 74 Seiten. Und 50 davon sind nur für Deine Geschichte. Wenn Du das Buch mit einem Stift direkt bearbeitest (so wie es die Idee der Autorin ist), dann kannst Du es nur für eine Geschichte verwenden. Ergo brauchst Du für jeden neuen Roman ein neues Buch.

Das Buch hat definitiv seine Stärken, aber auch seine Schwächen. Und letztendlich ist es Dir überlassen, ob Du es Dir holst und damit arbeitest oder es zumindest als Inspirationsquelle benutzt. Ich habe meine Teile daraus genommen und finde es auch gut. Aber halt nicht durchgehend.

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