[Rezension] Seelenläufer von Bianca Fuchs

bibliografische Angaben

Autor/In Bianca Fuchs
Titel Seelenläufer
Verlag Selfpublisher BoD
Format Print und E-Book
Seitenzahl 244 Seiten
Erscheinungsdatum 30. Mai 2016
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahre
Genre Urban Fantasy
Schlagwörter Seele, Seelenläufer, England, Fantasy, Urban Fantasy
Leseprobe Schnupperbuch

Klappentext

Cambridge 2014: Ein alter Mann stirbt – und eine junge Frau wird in eine Auseinandersetzung hineingezogen, in der nichts weniger auf dem Spiel steht, als ihre Seele.

Nichts hätte die Studentin Zoya Saffin auf das vorbereiten können, was der plötzliche Tod ihres geliebten Großvaters in ihr auslöst. Denn die tiefe Trauer bringt eine Gabe zum Vorschein, die ihr bisheriges Leben und alles, woran sie geglaubt hat, radikal auf den Kopf stellt.

Die Gabe ist der Schlüssel zu einer Welt, die sich hinter den Fassaden der Universität Cambridge verbirgt und zu der nur die Eingeweihten Zutritt erhalten. Aber so sehr sich Zoya auch bemüht – sie fühlt sich dieser Welt nicht zugehörig. Erst in dem Studenten Rob, zu dem sie sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt, findet sie jemanden, der sie zu verstehen scheint und ihre Gefühle erwidert.

Sie ahnt jedoch nicht, dass er ein dunkles und gefährliches Geheimnis in sich trägt, das eine alte Zwietracht erneut entzündet und schon bald das erste Opfer fordert…

Der erste Satz

Kurz bevor Jaro Saffin starb, dachte er darüber nach, ob er wirklich genug für seine Enkelin getan hatte.

Zur Geschichte selbst

Zoya Saffin ist eine Studentin der Philosophie an Cambridge. Während einer Veranstaltung erfährt sie, dass ihr geliebter Großvater verstorben ist. Das verstört sie so dermaßen, dass sie sich emotional verliert und eine verborgene Fähigkeit zum Vorschein kommt. Zoya ist eine sogenannte Seelenläuferin. Dabei hat sie ein Problem mit dem Begriff der Seele, da sie selbst nicht daran glaubt.

Doch sie muss lernen mit ihren besonderen Fähigkeiten umzugehen und zu verstehen, in welcher Gemeinschaft sie von nun an unterwegs sind. Denn nicht alle Seelenläufer und Seelenläuferinnen gehören zu den Guten.

Meine Meinung

Es hat mir ungemein Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Und doch lässt es mich ein wenig zwiegespalten zurück. Eben auf der Seite, weil ich es kaum aus der Hand legen konnte. Und doch hat es nicht immer einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. 

Aber eins nach dem anderen.

Die Geschichte selbst war faszinierend und kreativ. Seelenläuferinnen und Seelenläufer, die unter uns sind und uns Menschen beschützen wollen. Es ist definitiv was anderes, als die ewigen Geschichten um Hexen und Zauberer. Zudem ist die Idee mit der Seele etwas Neues. Zumindest kann ich mich spontan nicht an eine Geschichte erinnern, wo die, sagen wir mal, Magie direkt der Seele entspringt.

Während der Geschichte lernen wir einen kleinen Teil der Gemeinschaft kennen. Man merkt aber sehr schnell, dass noch mehr im Hintergrund ist (der Ältestenrat zum Beispiel). Jedoch geht Bianca Fuchs darauf noch nicht weiter ein. Sie bleibt im ersten Band noch bei Zoya und ihrer Umgebung.

Für die einen könnten das zu wenige Informationen sein, ich empfand es für Band 1 genau richtig. Dabei hoffe ich, dass es im nächsten Band jedoch mehr darüber zu erfahren gibt. Und das es einen zweiten Band gibt, darüber lässt die Autorin keine Zweifel in ihrer Geschichte offen.

Jedoch gab es auch Elemente in der Geschichte, mit der ich nicht ganz warm wurde. Unter anderem gehören dazu die beiden wichtigen Figuren Zoya und ihr bester Freund Jasper. Zoya lässt alles irgendwie mit sich machen, ohne sich dagegen wirklich aufzulehnen. Sie hat anfänglich Probleme mit dem Begriff der Seele. Und doch muss sie nun schlucken, dass sie eine hat und diese etwas Besonderes ist. Und das geschieht, gefühlt, irgendwie nebenbei. Und dann wieder doch nicht. Da bin ich mir immer noch nicht so ganz sicher. Weiterhin wird sie herumgeschubst und man enthält ihr einiges vor. Doch anstatt auf den Tisch zu hauen und zu sagen, dass es ihr reicht und sie endlich die Wahrheit erfahren will.

Da ist es für mich persönlich nicht verwunderlich, dass sie sich auflehnt und die eine oder andere Dummheit begeht. Auch wenn das gelegentlich nervig wird. Und obwohl Jasper eigentlich ihr bester Freund ist, benimmt er sich nicht immer so. Ich hab manchmal das Gefühl gehabt, dass er andauernd über sie bestimmt, anstatt mal mit ihr vernünftig zu reden.

Die Geschichte selbst braucht zwar ein wenig, bis sie in Fahrt kommt, aber es gibt keine Szene, bei der ich gesagt hätte, die war überflüssig. Alles passt zusammen und ergibt am Ende ein stimmiges Bild. Leider fand ich den Höhepunkt noch ein wenig schwach. Wenn man das im Hinblick darauf sieht, dass es Band 1 ist und dieser sich noch steigern kann, bin ich damit erst einmal zufrieden. Ich hoffe nur, dass die nächsten Bände sich dann steigern werden.

Interessant fand ich die Kapitelanfänge, welche Zitate aus dem „Buch der Seelen“ enthalten. Ein fiktives Buch aus der Welt, welche eine Art Richtlinie ist, an die sich die Seelenläufer halten. Dabei kam es jedoch zu Spoilern zu den Kapiteln. Denn aufgrund der Zitate konnte man sich schon fast denken, in welche Richtung die Geschichte sich entwickelt.

Das Ende passt zu dem Buch, lässt aber noch viel für Spekulationen offen. Mich lässt es neugierig zurück und ich will auf alle Fälle wissen, wie es weitergeht. Hier hat die Autorin ganze Arbeit geleistet.


Mein Fazit

Auch wenn sich meine Meinung über dieses Buch als Kritik ein wenig harsch liest, so hatte ich schöne Stunden mit diesem Buch. Und ich kann definitiv sagen, dass ich es nicht bereue, mir das E-Book geholt zu haben. Bianca Fuchs lieferte eine starke Vorlage, auf die sich sehr gut weitere Geschichten aufbauen lassen. Als Erstlingswerk hat das Buch seine Stärken, auch wenn hier und da noch einige Schwächen durchschimmern. Man kann jedoch eindeutig erkennen, dass hier noch sehr viel Potenzial gibt, welche noch ausgebaut werden kann. Und ich bin mir sicher, dass die Autorin dazu in der Lage ist.

Von mir bekommt das Buch eine eindeutige Leseempfehlung. Und ich die Entwicklung der Romane von Bianca Fuchs weiterhin verfolgen und sehen, was noch alles kommt. Zumal sie fleißig an Band 2 arbeitet.

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6 Gedanken zu “[Rezension] Seelenläufer von Bianca Fuchs

  1. Deckt sich recht genau mit meiner eigenen Rezension zu dem Buch, auch wenn ich die meiste Zeit eher auf Jaspers Seite der Dinge stand, als auf Zoyas. Wo ist jetzt genau der Teil, für den wir dich zerreißen sollten? xD

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      • Eigentlich lag es nicht an der ersten Fassung der Rezension. Denn ich achte gerade hierbei darauf, dass ich sie rechtzeitig schreibe und dann noch einmal drüber lesen kann, bevor ich sie veröffentliche.

        Jedoch ist es normalerweise bei mir so, dass ich Bücher, die ich nicht so positiv fand, nicht rezensiere. Das liegt daran, dass ich manchmal schon krampfhaft Harmoniebedürftig bin (nicht gut, ist aber so). Das bedeutet in meinem Fall, da ich das Buch nicht mehrheitlich positiv rezensieren konnte und mit der Autorin Kontakt habe, dass ich geneigt war Angst zu haben, ihre Gefühle zu verletzen.

        Das ich damit niemanden helfe, ist mir selbst sehr bewusst. Aber trotzdem war meine Harmoniebedürfnis sehr stark, niemanden zu verletzen. War Blödsinn (immerhin hat Bianca Fuchs die Rezi sogar geteilt). Doch daran muss ich mich halt gewöhnen 😉

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      • Ich kenne das Gefühl. Ich schreibe generell wenige Rezensionen, aber bei Self-Publishern bemühe ich mich immer, eine zu schreiben, damit die Autoren Feedback und Sichtbarkeit bekommen. Insofern hast du das richtige getan und Bianca zeigt mit ihrer Reaktion ja, dass sie durchaus ein bisschen Kritik in der Rückmeldung verkraftet 🙂

        Gefällt 1 Person

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