Ein letztes Mal #Autorinnenzeit: Ein kurzes Fazit.

Einen ganzen Monat haben wir uns mehr oder weniger intensiv (ja, auch wir haben sowas wie ein Privatleben) damit beschäftigt, Autorinnen in den Vordergrund zu stellen.

Bevor ich im Detail darauf eingehe, möchte ich hier festhalten, dass wir die Welt natürlich nicht perfekt gemacht haben und es (berechtigte) Kritik an der Aktion gab. Von meinem Standpunkt aus nehme ich mit, dass in meinem Bücherregal immer noch Männer dominieren, ich diesen Umstand ohne eine derartige Aktion aber gar nicht bemerkt hätte.

Was wir geleistet haben:

Wie es sich für eine ordentliche Übersicht gehört, gibt es noch einmal ganz kurz alle Artikel verlinkt:

Das ist leider nur ein Bruchteil von dem, was wir uns vorgenommen hatten (und doch sind 11 Artikel in einem Monat doch ziemlich gut). Das lag zum Teil auch daran, dass wir wie bereits erwähnt, auch ein Privatleben inklusive Arbeit, Familie und Studium haben und nebenbei (die Eine mehr, der Andere etwas weniger) daran arbeiten, unsere Karrieren als Profi-Schriftsteller voranzutreiben. Ich erlaube mir an dieser Stelle noch einmal darauf hinzuweisen, dass Marlen heute offiziell ihre Fantasy-Buchreihe fortgesetzt hat (es ist immerhin immernoch #Autorinnenzeit).

Was wir daraus mitnehmen.

Der Sinn der Aktion war es, Autorinnen gegenüber ihren männlichen Kollegen hervorzuheben, da sie in der Literatur schon immer hinten anstanden (es gab einige Ausnahmen, aber im Wesentlichen gilt dieser Umstand bis heute). Man kann sich sicherlich darüber streiten, ob wir langfristig das Ziel auf diesem Weg erreichen können. Dennoch hat uns die Aktion vor Allem überhaupt wachgerüttelt und auf einen Missstand hingewiesen.

Und ein positiver Nebeneffekt: Reichweite! Allein im Mai hat unser kleines Projekt mehr Besucher und Aufrufe verzeichnet, als bisher in einem durchschnittlichen Quartal. Dafür ein mittelgroßes Dankeschön an dich als Leser. Klar, die Zahlen sind immer noch erbärmlich im Vergleich zu dem, was man in fast einem Jahr erreichen kann. Aber dafür, dass hier keiner so wirklich Ahnung von dem hat was er hier tut ist das ein ordentlicher Anfang.

Was als Nächstes kommt.

Mir persönlich liegt das Genre der Fantastik sehr am Herzen, deshalb wird es hier vermutlich den einen oder anderen Beitrag zum Thema geben. Auch für Autorinnen-Fans wird es den einen oder anderen Beitrag geben. Denn: Auch wenn die Autorinnenzeit offiziell vorbei ist, heißt das definitiv nicht, dass wir wieder in alte Muster verfallen und die Frauen wieder verdrängen. Sonst hätten wir uns den Aufwand sparen können. Abgesehen davon habe ich diesen Monat tatsächlich nicht eines der Bücher gelesen, die ich mir für die SPPerlen vorgenommen hatte (vieles davon ist sogar Fantastik).

Und weil ich für meine richtig guten Überlegungen bekannt bin:

Der erste Beitrag zum Fantastik-Monat wird sich mit dem neugegründeten Nornennetz befassen. Ich glaube, das haben die Mädels verdient.

#Autorinnenzeit proudly presents: Autorin Jill van Veen [Gastbeitrag]

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Hallo, ich bin Jill van Veen und freue mich sehr, dass ich von Marlen gebeten wurde, einen Gast-Beitrag zu schreiben.

Ich bin Hamburgerin, auch wenn ich schon viele Jahre nicht mehr dort wohne, und ich habe bisher zwei Krimikomödien veröffentlicht, „Killerküsse“ und „Fataler Tausch“.


Für SPPerlen musste ich mich daran erinnern, über welche Bücher ich zum Schreiben gekommen bin. Als ich mich an meinen Block setzte (ich starte meist handschriftlich), dachte ich, ich wüsste schon, welche Bücher/Autoren ich hier nennen würde. Aber dann wurde ich selbst überrascht.

61D01NH8KRL._SX320_BO1,204,203,200_Erst einmal weckten meine Begeisterung am Lesen und Schreiben Astrid Lindgren und Erich Kästner, was nicht weiter verwundern mag. Sobald ich schreiben konnte, füllte ich unbekümmert Schulhefte mit Geschichten à la Bullerbü. Zumindest hielt ich sie dafür…

Dann fiel mir aber ein weiterer Autor ein, der entscheidend meinen Spaß am Lesen prägte, Otmar Franz Lang. Ich habe sehr gelacht über „Flattertiere wie Vampire“ oder „Das Haus auf der Brücke“.

Den eigentlichen Entschluss, einmal Autorin zu sein, fasste ich allerdings durch die Bücher von Federica de Cesco. Die Romane begleiteten mich meine ganzen Teenagerjahre. Ihre Heldinnen waren unabhängig und rebellisch, und sie schaffte es, eine Liebesgeschichte mit sozialen Themen oder einem Sinn für Weltoffenheit zu verbinden, ohne mit Belehrungen zu nerven. Außerdem war ich natürlich notorisch in ihre männlichen Protagonisten verliebt.

30A5A1A95B48499F8E53DFC8ED80836E_1-003914Selbst schreibe ich allerdings bisher keine Jugendromane, mich hat es zu romantischen Komödien gezogen. Hier fielen mir nun zwei weitere Autoren ein, die dafür „verantwortlich“ sind, und es ist nicht die große Lady des Romance-Genre Nora Roberts, wie ich spontan gedacht hatte, auf die stieß ich erst später (weshalb ich sie nicht weniger gern lese).

Es waren zwei Romane des Münchners Hans Gruhl „Liebe auf krummen Beinen“ und „Ehe auf krummen Beinen“ und von J.B. Priestley „Eine sehr englische Liebesgeschichte“. Romane, die ich über die Jahre immer wieder hervorholte, wenn ich Aufheiterung brauchte.


51x1NnvJ73L._SY346_So sehr ich „ernste“ Literatur schätze und auch lese, war und ist doch meine größte Freude beim Schreiben: andere zum Schmunzeln und Lachen zu bringen, so dass sie danach vielleicht ein wenig gestärkt in den Alltag zurückkehren. Ich finde, es gibt auch nichts Schöneres, als wenn ich selbst beim Schreiben gute Laune bekomme. Dabei darf es dazwischen gern auch dramatisch zugehen.

Soviel also zum Thema, wie ich zum Schreiben gekommen bin.

Die Romane von Hans Gruhl und den von J.B. Priestley bekommt man meist nur noch antiquarisch, aber solltet ihr einmal drüber stolpern, ist mein Rat: „Zugreifen“! Die Charaktere sind so liebevoll gezeichnet und die Autoren haben einen herrlichen Humor.

xoxo,

Jill

#Autorinnenzeit proudly presents: Autorin Susanne Förster [Gastbeitrag]

Hallo ihr SPPerlen-Leser!
 
Marlen hat mich gefragt, ob ich einen Beitrag für euch schreiben will. Wie könnte ich da nein sagen?


Susanne Förster

Mein Name ist Susanne Förster und ich schreibe. Im Herbst 2015 ist mein Debüt, der Jugendfantasyroman „Die Lichtbringer von Enés“, erschienen. Aber bis es soweit war, war es ein langer Weg, der mit unterschiedlichen Büchern und Schreibprojekten gepflastert war. Und darüber erzähl ich euch jetzt was.

 
Wann ich mit dem Schreiben angefangen habe, weiß ich nicht mehr genau. Die älteste Geschichte, die ich noch besitze, ist von 1996. Da war ich 12. Aber ich erinnere mich noch an eine zusammengewürfelte Abenteuergeschichte mit Elementen aus der „Unendlichen Geschichte“, „Mickey Maus“ und dem „Räuber Hotzenplotz“. Das muss irgendwann davor gewesen sein …
Aber mit 12/13 hab ich „richtig“ angefangen. Von da an schrieb ich eigentlich ständig. Kurze Geschichten, inspiriert durch das Rollenspiel „Das schwarze Auge“, Vampirgeschichten (im Stil von „Dracula“. Von „Twilight“ hab ich erst vor ein paar Jahren erfahren.), Liebesgeschichten (vorzugsweise ohne happy end) und ein bisschen später FanFictions.
Während der Uni waren es eher letztere, weil ich mich da ja auf  das Studium, und nicht auf großangelegte shiny new ideas konzentrieren sollte. Da waren FanFictions gutes Füllmaterial, um mein Schreibhirn nicht komplett vertrocknen zu lassen.
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So „richtig richtig“ – also mit dem Ziel einer möglichen Veröffentlichung – hat es 2013 angefangen. Da sind meine ersten langen Projekte entstanden. Sprich so zwischen 250 und 350 Seiten. Eines dieser Projekte ist „Die Lichtbringer von Enés“, das ich schließlich bei BoD herausgebracht habe. Die anderen warten noch auf meiner Festplatte auf den Feinschliff oder die eine rettende Idee.
 
51NQ7NBYXALVor allem in den letzten Jahren bewege ich mich schreibtechnisch im Fantasygenre. Ich schiebe die Schuld auf die Bücher, die mich als Kind begeistert haben: „Die Unendliche Geschichte“ (Die war auch als Hörspielkassette genial! Ja, ich bin so alt.), Die „Avalon“-Trilogie von Marion Z. Bradley, „Dracula“ und später natürlich „Harry Potter.“ (Wär hätt‘s gedacht?); ich komme immer wieder zur Fantasy zurück. Und das, obwohl ich eigentlich auch andere Sachen lese! Biografien, Psychologie- und „Lebenshilfe“-Bücher, Theaterstücke … Da ist alles dabei. Mein Lieblingsbuch ist zum Beispiel kein (Jugend)Fantasybuch, sondern das Theaterstück „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ von Tennessee Williams. Dicht gefolgt von „Der Kuss der Spinnenfrau“ von Manuel Puig.
 
Beim Schreiben bin ich der Fantasy aber die letzten Jahre treu geblieben. Ich würde meine Projekte mit „Fantasy + Magie + Drama“ beschreiben. Denn Drama muss sein. Wie man vielleicht auch an den oben erwähnten Lieblingsbüchern sieht. Eine fluffig-süße Liebesgeschichte werdet ihr von mir wohl nie lesen. Das überlasse ich anderen.

So, ich hoffe ihr hattet Spaß an diesem kleinen Einblick. Vielleicht hat der eine oder andere ja neuen Lesestoff entdeckt. Oder wollte-ich-schon-immer-mal-lesen-Stoff. Oder viel-zu-lang-nicht-mehr-gelesen-Stoff. Das würde mich freuen!

#Autorinnenzeit: Buchverfilmungen

Viele Hardcore-Leseratten werden immer der Meinung bleiben, dass das Buch besser ist, als der Film jemals werden kann. Dabei gibt es Verfilmungen, die denkbar grottig sind (Eragon!), die viel Potential verschenken (Der Hobbit!) oder doch annehmbar sind.

Ich werde versuchen, aus jeder Kategorie eine Buchverfilmung zu nennen und gleichzeitig ein Buch vorzustellen, das trotzdem verfilmt werden sollte.


Kategorie 1: Grottig schlechte Buchverfilmung

Keine Frage, Tintenherz ist eine sehr schöne Geschichte und nicht ohne Grund eines meiner allerliebsten Lieblingsbücher. Der Film aus dem Jahr 2008 allerdings ist vor allem eines: absolut miserabel. Selbst ohne die grandiose Buchvorlage wäre der Film einfach schlecht. Das fängt schon an, dass Meggie (die im Buch doch recht jung ist) von einer Schauspielerin (Eliza Bennett) gespielt wurde, die damals bereits 16 Jahre alt war. Kein Frage: Die schauspielerische Leistung war nicht schlecht. Die Szenen wurden allerdings ziemlich lieblos auf die Leinwand geklatscht und darüber konnten auch die visuellen Effekte nicht hinwegtäuschen. Hinzu kommt, dass Schlüsselszenen gravierend verändert und weit schlechter als in der Vorlage gelöst wurden. Insgesamt war die Storyline im Film viel zu flach. Dieser Film war ein Ereignis, das man sich nur einmal angetan hat. Es hat seine Gründe, warum Teil 2 und 3 es nie auf die Leinwand geschafft haben. Das fast schon rekordverdächtig schlechte Drehbuch ist nur einer davon.


Kategorie 2: Mittelmäßige Verfilmung, das Buch war aber trotzdem besser.

Wenn ihr damit fertig seid, Marlen mit Steinen zu bewerfen (ihr wisst wieso), könnt ihr mich ins Visier nehmen. Ich oute mich: Ja, ich habe alle Filme gesehen (mehrfach) und zudem alle Bücher gelesen (mindestens einmal). Fragt mich nicht warum ich mir das angetan habe, ich weiß es selbst nicht. Ich gebe zu, die Filme haben ihre Reize und die Wahl der Schauspieler hätte (zumindest was optische Gesichtspunkte angeht)schlechter ausfallen können.

Dennoch: Die Bücher waren eindeutig besser! Nicht so grottenschlecht umgesetzt wie mein Beispiel für Kategorie 1, aber auch nicht unbedingt gut. Die Story – die an sich schon nicht die Beste war – wurde im Film nur halbherzig umgesetzt. Stellenweise wirkte alles irgendwie viel zu sehr wie Geldmache (eine extrem erfolgreiche Buchreihe auf Krampf in die Kinos zu bringen, um noch mehr Profit herauszuschlagen).


Kategorie 3: Eine Buchverfilmung, die stellenweise sogar besser ist.

Tris ist so ein Charakter, der von der Verfilmung enorm profitiert. In den Büchern ist sie extrem unsympathisch. Ohne einen Grund nennen zu können: Selbst beim dritten Lesen des Buches bin ich mit ihr nicht warm geworden. Im Film hingegen (wobei ich tatsächlich nur Teil 1 und 2 gesehen habe) ist Tris eine richtige Heldin. Da macht es sogar Spaß, ihr als Protagonistin zu folgen. Klar, wie so viele Buchverfilmungen hat auch Divergent storytechnische Schwächen, liegt aber durchaus im tolerierbaren Rahmen. Wie gesagt: Die Charaktere (insbesondere Tris) sind gut umgesetzt. Im Gegensatz zu Tris wirkt dagegen Four zwar doch etwas blass, aber immer noch besser als im Buch. Veronica Roth ist tatsächlich die einzige Autorin, bei der ich jederzeit die Filme vorziehen würde (weshalb ich ihren Jugendroman „Carve The Mark“ rein aus Prinzip noch nicht gelesen habe. Wenn der mal verfilmt wird, werde ich ihn mir aber definitiv ansehen).


Last But Not Least: Bücher, die jemand verfilmen sollte.

Der Tag neigt sich dem Ende zu, also muss der Beitrag auch ein Ende finden. Deshalb eine ganz kurze Übersicht:

Es ist noch gar nicht so lange her, seit ich dieses Buch gelesen habe. Weil es mir so gut gefallen hat, verlinke ich mal ganz frech auf meine Rezi auf meinem Blog Tinte und Schwert. Warum ich es auf der Leinwand sehen möchte:

  • Ich bin auf die Umsetzung der Narrows gespannt, die im Buch wirklich ausgiebig beschrieben werden.
  • Überhaupt ist die Sache mit dem Archiv, den Türen und Chroniken ein gefundenes Fressen für Filmstudios. Hier bieten sich visuelle Effekte unbedingt an.
  • Die Story bietet einen gelungenen Mix aus Rückblenden, Erzählungen und Action-Szenen, die man im Kino temporeich inszenieren kann.
  • Das Buch ist von Victoria Schwab. Bei dem Hype um ihre Bücher wäre es eine willkommene Herausforderung für Filmstudios, den Stoff standesgemäß umzusetzen.

Was meint ihr? Seid ihr mit meiner Wahl einverstanden? Wenn nicht, dann freue ich mich auf Meinungen. Wenn ihr mich mit Steinen bewerfen wollt (aber erst, wenn ihr mit Marlen fertig seid), nur zu. Ich halte auch ganz bestimmt still.

#Autorinnenzeit proudly presents: Autorin Dominique Heidenreich [Gastbeitrag]

PICT_20170505_1553512Hallo zusammen!

Ich freue mich ‚hier zu sein‘ und, dass Marlen mich nach unserem Treffen gefragt hat, ob ich einen Gast-Artikel für diesen Blog schreiben möchte.

Für alle, die mich noch nicht kennen, ich heiße Dominique Heidenreich, bin ein bisschen durchgeknallt, komme aus Wien und schreibe Fantasy-Romance. Obwohl ich schon Geschichten schreibe seit ich zwölf war, bin ich noch eine recht frisch-gebackene Autorin, mein Debütroman Lenara erschien im Dezember 2016 und ist der erste von fünf Bänden.

Aber darum soll es heute gar nicht gehen, sondern eher darum, was mich überhaupt zu einem Bücherwurm gemacht hat.


Felicitas-Kuhn-Illustr+Schneeweisschen-und-RosenrotMeine erste Berührung mit Büchern, an die ich mich erinnern kann, war das dicke Buch mit Grimms Märchen, aus dem mir meine Mutter immer vorgelesen hat und das jetzt bereits in seine Einzelteile zerfällt, weil es so alt ist.

Mein Lieblingsmärchen war Schneeweißchen und Rosenrot. Ich erinnere mich bis heute an die sanfte Stimme meiner Mutter und dass ich nie einschlafen wollte, weil mir das Ende der Geschichte viel wichtiger war. Das hat sich bis heute nicht wirklich geändert.

Während mein Bruder die Knickerbocker-Bande verschlang, habe ich mich fürs Lesen kaum interessiert, sondern mir lieber meine eigenen Geschichten ausgedacht. Zum Beispiel, indem ich mir neue Enden für Zeichentrick-Serien ausgedacht habe, die ich auf SuperRTL sah, für Disney-Filme, oder indem ich gänzlich neue Geschichten erfand, denen ich mit Barbie und Ken Leben einhauchen wollte.

Trotzdem begann meine Liebe zu Büchern erst in etwa in demselben Alter, in dem ich auch mit dem Schreiben anfing. Erst während ich diese Zeilen schreibe wird mir die Verbindung so richtig bewusst.

index1Meine Sucht begann mit einem historischen Liebesroman von Rexanne Becnel, der sich Der Falke und die Taube nannte. Ab da brauchte ich für jeden Tag Urlaub mindestens ein Buch.

Wirklich prägend blieb mir auch mein aller erstes Buch von Nora Roberts in Erinnerung. Ich war mit meiner Oma in Griechenland und in dem Hotel gab es eine Bücherecke, in der man frei entnehmen durfte. Das Buch hieß Im Licht der Sterne und es ist bis heute mein Lieblingsbuch von Roberts geblieben. Ich habe es sicher schon ein gutes Dutzend Mal gelesen. Obwohl ich das Buch damals nicht behalten habe, habe ich mir alle Teile der Trilogie danach gekauft.


Ich glaube es lässt sich sagen, dass ich schon als Kind eine Romantikerin war. Wen wundert es daher, dass ich selbst im Bereich Romance schreibe? Heute fasziniert mich alles, was Fantasy beinhaltet, so lange die Romantik nicht zu kurz kommt. Jeder braucht ein Laster und ich habe mich für dieses entschieden. 😉

Habt ihr auch eine Verbindung zu Büchern die so weit zurückreicht? Könnt ihr euch noch an euer allererstes Buch erinnern?

#Autorinnenzeit: Mein großer Bücherkauf vom Wochenende

Bei meinem letzten Bücherkauf war ich sehr großzügig, ich habe gleich sieben neue Bücher erstanden – und das natürlich trotz selbst auferlegtem Bücherkaufverbot.

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Der Grund ist, dass ich am Wochenende in Mining (Oberösterreich) bei einem Autorentreffen, genannt Bücherquatsch 2017, war (als Autorin) und dort lauter superliebe und coole Menschen kennenlernen durfte (siehe Foto). Und da meine Kolleginnen (aus irgendwelchen Gründen war nur ein männlicher Autor da) nicht nur unglaublich nett und lustig waren, sondern auch noch einen riesen Stapel an spannenden Büchern im Gepäck hatten, musste ich natürlich glatt zugreifen. Also. Sieben neue Bücher aus allen möglichen Genres, handsigniert und mit Widmung, stehen in meinem Regal. Nachdem ich zum Inhalt noch nicht viel sagen kann, verrate ich euch heute mal die Klappentexte. Fangen wir alphabetisch an:


Betty Buttersky: Crash! Boom! Ben!

41dr3PLkM7L._SX316_BO1,204,203,200_„Vergiss Ben“, hat Julies Lektorin ihr schon mehrmals geraten. Aber wie könnte sie ihn je vergessen? Sie hat tatsächlich gedacht, wenn sie London den Rücken kehrt, verschwindet auch er aus ihren Gedanken und damit gänzlich aus ihrem Leben. Aber das Gegenteil war der Fall. Je weiter sie sich von Ben entfernt hat, umso größer wurde ihre Sehnsucht nach ihm. Für Julie fühlt es sich an, als ob sich nichts an der starken Anziehung geändert hätte. In den letzten Wochen war das Kribbeln in ihrem Bauch so stark wie bei ihrer ersten Begegnung, als er plötzlich vor ihr stand. Ein Blick in das Himmelblau seiner Augen genügte und es war um sie geschehen. Er schaffte es in einer einzigen Sekunde, ihr den Kopf zu verdrehen. Das Gefühlschaos war perfekt. All ihre prickelnden Zusammentreffen entfachten eine Begierde, die Julie in Besitz nahm. Jeder Gedanke war durchtränkt von ihm. Sie wusste nicht, wohin mit ihren Gefühlen. Nur ihrem Tagebuch konnte sie all die betörenden Momente und erotisch-sinnlichen Begebenheiten anvertrauen. Monatelang brachte sie ihre Empfindungen zu Papier. Das Schreiben half ihr, diese schwierige Zeit zu überstehen. Als aus ihren persönlichen Aufzeichnungen über Nacht ein Bestseller wird, gerät ihre Welt, die er damals auf den Kopf gestellt hat, erneut ins Wanken. Vor allem, da Ben nichts von ihrem Roman weiß. Und das soll auch so bleiben.


Anna Hauer: Schneerot

41tPCGqL0BL._SX322_BO1,204,203,200_England befindet sich im Krieg. Jugendliche werden entführt und in einem abgelegenen Lager chemisch so manipuliert, dass sie militärisch nutzbare Fähigkeiten entwickeln. Die sechzehnjährige Crystal, genannt die Henkerin, bestimmt, welche Behandlung den Neuankömmlingen widerfährt. Als der selbstbewusste und geheimnisvolle Cameron eingeliefert wird, ändert sich Crys‘ Leben. Man versucht einen Ausbruch – und er gelingt. Doch noch ist man nicht frei. Eine lange und tödliche Flucht beginnt, vor sich die Weite einer verschneiten Ödnis, hinter sich die erbarmungslose Meute der Verfolger… Anna Hauers erster Roman erzählt von Opfern, die zu Tätern werden, von neuer und enttäuschter Liebe, von Hoffnung und Hass. Ein Buch, das die Farben des Lebens neu bestimmt. Weiß steht nicht immer für Unschuld, Rot nicht nur für die Liebe und Schwarz muss nicht immer das Böse sein.


Dominique Heidenreich: Lenara – Der Geschmack des Blutes

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Lenara dachte, sie hätte ihr Leben endlich im Griff. Ihr Viertel in St. Louis ist nicht das beste, ihre Arbeit als Kellnerin in einem Stripclub bringt nicht viel ein. Aber sie hat eine Wohnung und einen Job. Doch ihre Versuche ein normales Leben zu führen, werden schlagartig zunichtegemacht, als Dämonen sie angreifen und ein Gargoyle ihr das Leben rettet. Lenara gerät zwischen die Fronten eines jahrhundertelangen Krieges und muss sich entscheiden wem sie wirklich vertrauen kann.

 

 

Und Band 2:

Dominique Heidenreich: Lenara – Die Blutsklavin

91jjbM-yWbL.__BG0,0,0,0_FMpng_AC_UL320_SR200,320_.jpgDrei Monate sind vergangen, seit Lenara ihren Namen, ihre Vergangenheit und nicht zuletzt die Gargoyles hinter sich gelassen hat, um bei den Wölfen Zuflucht zu finden.
Doch ihr Frieden ist nur von kurzer Dauer, denn ihre Flashbacks werden immer häufiger und beunruhigender.
Len weiß, dass sie sich nicht ewig vor den Gargoyles verstecken kann und es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese sie wiederfinden.
Wenn es so weit ist, wird sie jede Hilfe brauchen, die sie kriegen kann. Selbst wenn diese Hilfe von jemandem kommt, auf den sie gern verzichtet hätte.


Anna Katmore: Herzklopfen in Nimmerland

519mhUVRFcL._AC_UL320_SR208,320_Obwohl Angelina McFarland Märchen über alles liebt, hätte sie sich nie träumen lassen, selbst einmal mitten in eins hineinzufallen. Wortwörtlich! Aber wer ist dieser fliegende Junge namens Peter, der sie aufgefangen hat? Und warum will er nicht erwachsen werden? Auf der verzweifelten Suche nach einem Weg von dieser verwunschenen Insel herunter, läuft Angelina geradewegs in die Arme eines skrupellosen Piraten. Hook entführt sie auf sein Schiff, die Jolly Roger, wo er sie als Druckmittel gegen Peter Pan gefangen hält. Doch ist Hook wirklich so herzlos, wie alle sagen? Je mehr Zeit Angelina mit dem Captain verbringt, umso mehr beginnt sie daran zu zweifeln. Die Gefühle, die sie für ihn entwickelt, sind ebenso intensiv wie schockierend, und bald schon kann sie an nichts anderes mehr denken, als an ihren verstohlenen Kuss unter den Sternen. Als die Tage vergehen, ist eine Fahrkarte nach London das Einzige, was sie noch an ihr altes Zuhause und daran erinnert, warum sie die Suche nach einem Weg zurück keinesfalls aufgeben darf. Oder ist es am Ende vielleicht doch die bessere Entscheidung, für immer in Nimmerland zu bleiben?


Kim Valentine: Snow White Lines

518in5EheHL._SY346_Um nicht in der elterlichen Apotheke zu versauern, packt die 20-jährige Hailey Norris ihre Kamera und macht sich auf den Weg nach New York, um als Fotografin durchzustarten. Doch New Yorks Pflaster ist härter, als Hailey vermutet hätte und schon bald droht ihr Traum zu zerplatzen. Ein letzter Job könnte ihre Rettung bedeuten, denn sie soll den Teenie-Star Jayden Payne fotografieren. Dumm nur, dass dieser sie, ohne sie jemals gesehen zu haben, als Idiotin bezeichnet. Noch dümmer ist allerdings, dass Hailey ziemlich schlagfertig kontert. Doch trotz ihres verbalen Ausrutschers bietet Jayden Hailey den Job als seine persönliche Fotografin an. Ihrem Traum nahe, ergreift sie die Chance und begleitet Jayden während seiner Tournee, wo sie hinter die Fassade des schillernden Teenager-Idols blicken kann und mehr Abgründe entdeckt, als sie je vermutet hätte.


Jill Van Veen: Killerküsse

51x1NnvJ73L._SY346_Lilly Hart weiß was sie will in Sachen Liebe, Beziehung und Karriere, und alles scheint gerade nach Plan zu laufen. Eigentlich wollte sie nur ihr Patenkind nach Hause bringen, doch stattdessen wird sie unversehens Zeuge eines Mordes. Auf der Flucht vor dem Mörder, läuft sie dem Sicherheitsexperten und Ex-Scharfschützen Patrick McClane in die Arme. Um ihr Patenkind zu beschützen, arbeiten sie wider Willen zusammen. Risikofreudig und typisches Alpha-Tier, ist McClane das Gegenteil des höflichen, kultivierten Anwalts, mit dem sie gerade zusammen ziehen will. Ein Mann, dem sie normalerweise aus dem Weg geht. Allerdings ist er auch unbestreitbar sexy und gefährlich attraktiv. Auf ihrem Road-Trip von Hamburg nach München geraten die beiden immer tiefer in einen Strudel aus Lügen und Verbrechen und zwischen die Fronten von Agenten und Auftragskillern. Während sie versuchen, das Netz der Intrigen zu durchdringen und ihren Verfolgern zu entkommen, steigt die gegenseitige Anziehung. Obwohl die zwei ungleicher nicht sein könnten und ständig aneinander rauschen, knistert es gewaltig zwischen ihnen. Sollte Lillys wohl geordneter Lebensplan doch nicht der einzig wahre sein?


Ich freue mich wahnsinnig, die Bücher zu lesen und mit Widmung ist es natürlich gleich noch viel cooler. Nur kann ich mich nicht entscheiden… mit welchem Buch soll ich anfangen? Was meint ihr? Zu welchem möchtet ihr die nächste Rezi lesen? HILFEEEE!

#Autorinnenzeit: Autorinnen und ihre besten Charaktere. Oder: mit wem ich gerne tauschen würde!

Wenn ich daran denke, welche Bücher von Autorinnen in meinen Regalen stehen, fallen mir auf Anhieb ein paar Charaktere ein, mit denen ich sofort Platz tauschen möchte. Seid ihr bereit? Also gut.


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Nehmen wir wieder einmal Harry Potter zur Hand: Harry Potter strotzt – bis auf die Hauptperson vielleicht – vor tollen Charakteren. Hermine, Ron, Mrs. Weasley, der fast Kopflose Nick, Peeves, Luna Lovegood, Neville Longbottom, Albus Dumbledore, Professor Slughorn, Professor Snape, die Zwillinge – und natürlich meine Favoritin: Professor McGonagall. Nicht Hermine? Nein. Mrs. Minerva McGonagall. Sowohl im Buch, als auch im Film ist sie einer meiner liebsten Charaktere und von allen Lehrern sowieso die coolste. Sie ist die wahrscheinlich beste Zauberin im Fach Verwandlung,  kann sich in eine Katze verwandeln und als es um alles geht, flüchtet sie nicht wie manch anderer, sondern beweist ihren Mut, indem sie nicht nur bis zum Ende die Stellung hält, sondern sogar noch die Schlacht um Hogwarts anführt! Als Lehrerin ist sie streng, aber gerecht und weiß, wann es angebracht ist, auch einmal ein Auge zuzudrücken. Ja, Hermine ist toll – aber McGonagall ist besser!


7cc344fc1808fae7e249f1a9e1f09c64Weiter geht’s mit den berühmten Jugendbuchreihen und zwar zu – ich traue mich gar nicht, es zu sagen – Stephenie Meyer. Bitte steinigt mich nicht, aber als Twilight noch Biss zum Morgengrauen hieß und als Geheimtipp unter den Leseratten galt, habe ich es wirklich geliebt. Und, ja, ich wollte Bella Swann sein. Sie war tollpatschig wie ich, blass wie ich und ein bisschen unsicher – genau wie ich. Nur hatte sie mit Alice und Emmett die besten Freunde und mit Edward den wahrscheinlich heißesten Freund, den die Jugendbücher damals (und vielleicht sogar auch heute) zu bieten hatten. Okay, er ist ein bisschen anhänglich und auch ziemlich eifersüchtig, aber hey, es ist Edward Cullen! Stark, süß, verletzlich, heiß, durchtrainiert, liebevoll, witzig und Vorbild für so ziemlich alle Book-Boyfriends, die seit 2006 in die Hände kreischender Fangirls entlassen wurden (und Mr. Grey natürlich).  Ich weiß, ihr könnt es nicht mehr hören, aber ja, ich wäre gerne Bella (allerdings bitte nicht in der Kristen Stewart-Version). Und ich stehe dazu!


9783473523245_1448900492000_xxlZurück aus den feuchten Mädchenträumen zu den seriösen – okay, sagen wir seriöseren – Themen: bei meiner Auflistung der besten Autorinnen habe ich scheinbar jemanden vergessen: und zwar Jenny Nimmo. Ich weiß nicht, ob sie jemand kennt, aber ähnlich wie J. K. Rowling spielt auch ihre Geschichte an einer Akademie für junge Magier und Magierinnen. Und ähnlich wie bei Harry Potter tummeln sich auch bei Charlie Bone unglaublich viele kreative Charaktere – vielleicht sogar noch kreativere. Charlie, die Hauptfigur möchte ich zwar nicht sein (er hat drei super-fiese Tanten und ein paar böse Erzfeinde, auf die ich getrost verzichten kann), aber auf die Bloom-Akademie würde ich mindestens genauso gerne gehen wie nach Hogwarts (vor allem weil es neben der Akademie zusätzlich auch noch das wahrscheinlich genialste Haustier-Café gibt, das jemals erfunden wurde). Für einen speziellen Charakter kann ich mich hier nicht wirklich entscheiden, aber Stürme beherrschen oder kriegerische Ahnen beschwören wäre schon ganz nett, also vielleicht möchte ja Tankred Torsson oder Lysander Sage mit mir Platz tauschen? Oder Fidelio Gunn, der zwar keine coolen Kräfte hat, dafür ein Haus voller verrückter Musiker-Familienmitglieder und eine taube Katze.


Wenn ich noch länger nachdenke, fallen mir jetzt wahrscheinlich noch zweihundert andere Charaktere ein (Katniss Everdeen? Hm…nein, lieber nicht. Vielleicht Tris Prior? Nein, auch nicht.), aber das würde den Umfang dieses Beitrags sowieso sprengen, also frage ich lieber euch: welcher Charakter von welcher Autorin wärt ihr denn gerne? Rückt raus mit der Sprache und keine Geheimnisse!

P.S.: Falls mich wirklich jemand wegen Bella Swann steinigen möchte: nur zu. Schreibt es einfach in die Kommentare! Ich halte das aus 😉

 

#Autorinnenzeit: Bücher von Autorinnen, die in den Schulunterricht gehören

Bevor ich hier so richtig loslege: Marlen hat den Plan erstellt, nicht ich. Deshalb beschäftige ich mich heute mit Büchern von Autorinnen, die meiner Meinung nach unbedingt in den Schulunterricht gehören.


Schullektüre allgemein

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber bei mir waren es doch eher Bücher von Männern, die im Schulunterricht durchgenommen wurden. Es gab sehr gute (Erich M. Remarque – Im Westen Nichts Neues), mittelmäßig gute (Louis Sachar – Löcher), weniger gute (Christian Kracht – Faserland) und grottenschlechte (Uwe Timm – Die Entdeckung der Currywurst) Schullektüre. Soweit ich mich erinnern kann, gab es in meiner Schulzeit ein Buch einer Autorin, das durchgenommen wurde und das ich auch weiter empfehlen kann.

Nach diesem einen Beispiel „Blueprint – Blaupause“ von Charlotte Kerner, wird die Liste von weiblicher Seite auch nicht viel länger. Auch im Englischunterricht waren beide Bücher an die ich mich erinnern kann von Männern geschrieben (viel mehr haben wir auch glaube ich nicht gelesen).

Wo liegt also das Problem? Meine Vermutung ist, dass es vor allem am Lehrpersonal liegt, das sich meist auf die Empfehlungsliste stürzt, weil es wohl zu aufwändig wäre, selbst nachzuschauen, ob es für das gewählte Thema sonst noch geeignete Bücher gibt. Ich möchte nicht gegen Lehrer wettern, aber einige Verlage (beispielsweise Carlsen) stellen sogar Unterrichtsmaterial zu ihren Titeln bereit. Man muss also im Zweifelsfall einfach mal die Augen aufmachen.

Warum das System nicht funktionieren kann.

Mal ganz ehrlich: Wie viele von den Büchern, die in deiner Schulzeit gelesen worden sind, hättest du von alleine gelesen? Eines? Vielleicht zwei? Schule ist doch vor allem Eines: Ein Zwangssystem. Ein Zwangssystem, das uns gerade dann trifft, wenn wir in einer Rebellions- und Trotzphase sind und eigentlich alles bescheuert finden, was mit Vorgaben zu tun hat. Denn wenn wir Schullektüre gehasst haben (war zumindest bei mir so), dann nicht (oder nicht immer) weil die Bücher wirklich schlecht waren, sondern weil wir GEZWUNGEN waren, sie zu lesen.

In den letzten Tagen habe ich im Rahmen der Autorinnenzeit auf einem Blog (ich weiß gerade nicht mehr wo) einen Artikel gelesen, in dem vorgeschlagen wurde, dass man einfach jedes Schuljahr aus der aktuellen Literatur (besonders Belletristik) einfach ein Buch raussucht. Das System fände ich richtig super. Vor allem, da ich der Meinung bin, dass es bei Schullektüre darum gehen sollte, die Schüler zum Lesen zu motivieren. Ich kenne aus meinen eigenen Erfahrungen nicht einen Schüler, der abgesehen von Schullektüre je ein Buch freiwillig in die Hand genommen, geschweige denn gelesen hat. Es gab wenige Ausnahmefälle wie mich, die ihre Liebe zum Lesen aber nicht in der Schule entdeckt haben. Die meisten meiner Mitschüler haben das Lesen abgelehnt, weil sie eben zum Lesen dieser bestimmten Titel gezwungen wurden.

Wenn die Schüler sich den zu lesenden Titel selbst auswählen dürfen, dann dürfte man schon von Haus aus mehr Motivation erwarten, besonders wenn die Wahl breiter als das typische „Pest“ oder „Cholera“ ausfällt. Eben weil es dann eine „bewusste“ Entscheidung war, dieses Buch zu lesen.

Vielleicht sollten wir das gemeinsame Lesen in der Schule weg von der stumpfen Literaturanalyse hin zu einer lockeren Leserunde bewegen. Klar dürfen Klassiker dabei nicht fehlen, aber ein Roman zusätzlich im Schuljahr ist doch wohl nicht zu viel verlangt (in der Oberstufe sollte man sowieso mindestens ca. 50 Seiten am Tag lesen können).

Was man so lesen könnte.

Mal ganz ab vom Kontext: Es gibt einige gute Bücher, die man einfach lassen kann. Ein Roman im Schuljahr ist doch nicht zu viel verlangt, oder? Zur Not lesen die Schüler halt in den Herbst- oder Winterferien und sprechen dann in der Schule darüber (in Schweden soll es extra Ferien dafür geben).

Beispiele für den Englischunterricht (eine Bekannte von mir hat mit ihrer Schulklasse The Maze Runner gelesen, also halte ich solche Lektüre durchaus für realistisch):

    

Becky Chambers – The Long Way To A Small Angry Planet

Wer hat gesagt, dass es zu wenig gute Science-Fiction von Frauen gibt? Richtig, das war ich. „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ wie das Werk in der deutschen Ausgabe heißt, ist grandiose Science-Fiction und gerade auch für alle Leser interessant, die mit dem Gedanken spielen, zum ersten Mal Science-Fiction zu lesen. Auch wenn ich gerne meine eigenen Rezensionen verlinke, muss ich an dieser Stelle leider passen und gebe ab an Luana, bei der ich einen Leseeindruck dazu gefunden habe. -> siehe hier

Genevieve Cogman – The Invisible Library

Die deutsche Ausgabe der unsichtbaren Bibliothek dümpelt seit etwa einem halben Jahr auf meinem SuB rum, klingt aber gar nicht mal so uninteressant, gerade wenn man bedenkt, dass sich diese Auflistung hier vor allem an Jugendliche richten soll, die sich für Literatur interessieren wollen sollen.

Suzanne Collins – The Hunger Games

Fast schon ein Klassiker unter den Empfehlungen. Tatsächlich wird dieses Buch gerade in Englisch recht oft gelesen. Der Vorteil: Zu den Büchern gibt es Verfilmungen, die (zumindest zu Beginn) gar nicht mal so schlecht sind. Dann kann man gleich mal diskutieren, wie der Film das Buch umsetzt, womit man quasi zwei Klatschen mit einer Fliege geschlagen hat (genau, exakt so).

Marissa Meyer – Cinder

Zu Anfang wusste ich gar nicht, was ich davon halten soll. Bis ich das Buch (allerdings deutsch) gelesen habe. Bei den Lunar Chronicles handelt es sich um eine futuristisch sci-fi-mäßige Märchenadaption. Ein ganzes Stück weit ist der Handlungsverlauf mit dem „Original“ identisch (ich brauche wohl nicht zu erwähnen, wer hier Modell stand). Wer im Unterricht gerne über Märchen reden möchte: Marissa Meyer liefert ein gut geschriebenes modernes Märchen.

Erin Morgenstern – The Night Circus

Ich glaube, dieses Buch, haben wir exakt hier schon einmal gesehen. Warum dieses Buch auf der Liste gelandet ist, ist hier nachzulesen.


Halt, noch nicht abschalten! Das Ganze geht auch deutsch von und mit Selfpublisherinnen (um die es hier auch immer noch gehen soll):

  

M. D. Grand – Schatten

Für diese Empfehlung ignorierst du bitte, dass Marlen ein Team-Mitglied ist. Nein, sie hat mich nicht bestochen, dieses Buch mit aufzunehmen. Tatsächlich bietet Schatten nämlich alles, was man braucht, um von Fantasy begeistert zu sein: Gute Charaktere, eine packende Handlung und ein Setting, ohne dass man dafür wie ein Tolkien 500 Seiten nur für die Einleitung braucht (Schatten ist vorbei, bis du auch nur in der Nähe der 500 angekommen bist).

Nina C. Hasse – Ersticktes Matt

Wir sollten alle viel mehr Steampunk lesen. Punkt. Außerdem: Wer liest nicht gerne Kriminalromane? Kann in der Schule jedenfalls nicht schaden, sich mal einen solchen vorzunehmen.

Nika Sachs – Namenlos

Um den Kreis wieder zu schließen, hier eine Empfehlung für alle Lehrer, die gerne ein bisschen „literarischen“ Anspruch vermitteln wollen. Da man ein bisschen Vorbildung mitbringen muss, kann ich mir das Buch wirklich gut in der Oberstufe vorstellen, spätestens, wenn es um die Moderne und Postmoderne geht. Und wenn man Gegenwartsliteratur sucht, die zudem nicht zu umfangreich ist, führt an Nika Sachs (aka Bordsteinprosa) kein Weg vorbei (oder vielleicht doch, mir ist allerdings keiner bekannt).


Was habe ich vergessen (ich habe garantiert etwas vergessen)? Welche Bücher würdest du gerne in der Schule sehen? Der Weg muss unbedingt in eine andere Richtung gehen. Die Frage ist nur: In Welche?

[REZENSION]: S. P. Pepper – Magie Voller Tücken

Bibliografische Angaben

Autor/In S. P. Pepper
Titel Magie voller Tücken
Verlag Selfpublisher | Create Space
Format Print, Ebook
Seitenzahl 324
Erscheinungsdatum 17. August 2015
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Fantasy, Abenteuer
Schlagwörter Abenteuer, Fantasy, Magie, Fluch
Leseprobe Link zu Amazon

Klappentext

Koruk sollte nicht hier sein. Seine Anwesenheit kann den Menschen, denen er sein Leben verdankt, Schwierigkeiten bereiten. Deshalb verstecken sie ihn in einer finsteren Kammer vor Gefahren, über die sie ihm nichts verraten. Um sich zu schützen. Um ihn zu schützen. So behaupten sie jedenfalls. Doch Koruks Zweifel wachsen. Was, wenn sie ihn nicht aus Mitgefühl gerettet haben?

Der erste Satz

Koruks Blut floss.

Zur Geschichte selbst

Koruk (oder Krokus, wie ich ihn versehentlich gerne nenne) ist schwer verletzt, als er von einem alten Mann und dessen Tochter Neyla im Wald aufgelesen wird. Die beiden pflegen ihn gesund, doch etwas verheimlichen sie ihm. Wieso darf er nicht aus dem Zimmer? Wieso darf er nicht einmal aus dem Fenster blicken? Auf seine beharrlichen Fragen bekommt er auch keine Antwort, also beschließt er kurzerhand, die Wahrheit selbst herauszufinden – und damit beginnen erst die richtigen Probleme. Was ist das für eine seltsame Stadt, in der Koruk sich befindet? Warum scheinen ihn die Bewohner zu hassen? Und was hat es mit dem Fluch auf sich, der es den Menschen verbietet, die Stadt zu betreten oder zu verlassen? Wenn Koruk am Leben bleiben und es je wieder aus diesem gläsernen Gefängnis hinaus schaffen will, muss er es wohl oder übel herausfinden. Mit Hilfe des Wandlers Manturo und des sturen Jungen Quenn macht sich Koruk auf die Suche nach der Wahrheit – und gerät dabei von einer schlimmen Situation in die Nächste. Wird es ihnen gelingen, den Wirker des Fluches zu finden? Oder ist es dafür bereits zu spät?

 

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#Autorinnenzeit: Eine Reihe weiterer Lieblingsbücher von Autorinnen

Meine absoluten Lieblingsbücher sind vor allem eines: Auch für jüngere (und junggebliebene) Leser geeignet (zumindest die meisten). Allen voran „Die Unendliche Geschichte“ (Michael Ende), „Krabat“ (Ottfried Preußler), „Märchenmond“ (Wolfgang und Heike Hohlbein), aber auch „Der kleine Prinz“ (Antoine de Saint-Exupéry). Aber natürlich gibt es auf dieser Liste auch ein paar Bücher von Autorinnen, von denen ich hier mal exemplarisch drei auswählen möchte.


Tintenherz (Cornelia Funke)

Da ist es, das liebste aller Lieblingsbücher. Es gibt exakt keine Bücher, die ich so häufig wie Tintenherz gelesen habe. Soweit ich mich erinnern kann, war Meggies Geschichte exakt die Geschichte, die mich endgültig zum Bücherwurm gemacht hat und durch die meine Liebe zum geschriebenen Wort erst so richtig aufgeblüht ist. Unglaublich faszinierend und auch in den mittlerweile fast 10 Jahren, die ich mein Exemplar immer und immer wieder gelesen (nein regelrecht verschlungen) habe, hat die Geschichte nicht ein kleines bisschen ihrer Faszination verloren. Für mich gibt es keine Aufzählung von Lieblingsbüchern, ohne dass Tintenherz darin auftaucht. Und ich wiederhole mich nur zu gerne: Das Buch, das aus mir einen Bücherwurm gemacht hat, wurde von einer Frau geschrieben.


Der Nachtzirkus (Erin Morgenstern)

Es bleibt magisch. Ein Zirkus, der nur nachts und ohne Vorankündigung in der Stadt erscheint. Die Zelte sind schwarz und weiß und über dem Eingang steht groß und deutlich „Le Cirque des Rêves“, der Zirkus der Träume. Und überhaupt lädt das Buch zum Träumen ein. Ich habe es irgendwann im letzten Jahr (glaube ich) im Vorbeigehen bei einer Buchhandlung liegen sehen und habe für den damaligen reduzierten Preis (4,99€ für die Hardcoverausgabe) nicht lange gezögert, einen Blick darauf zu riskieren. In das Cover war ich sofort verliebt und die Geschichte hat mich nachdem ich ersteinmal angefangen habe zu lesen, nicht mehr losgelassen.

Es ist oft magisch und stellenweise romantisch, doch immer traumhaft. Der Nachtzirkus hat nicht lange gebraucht, um in die Reihe meiner absoluten Lieblingsbücher einzuziehen. Ich weiß auch nicht, aber es fühlt sich falsch an, den Nachtzirkus bei den Lieblingsbüchern zu übergehen. Also: Treten sie ein und lassen sie sich verzaubern. Denn genau das ist der Stoff aus dem gute Geschichten gewebt sind.


Die Brüder Löwenherz (Astrid Lindgren)

Na, wer hätte das jetzt erwartet? Natürlich gibt es keine Aufzählung von Lieblingsbüchern, ohne wenigstens ein Buch von Astrid Lindgren zu nennen. Hand aufs Herz: Gibt es unter den Lesern irgendjemanden, der in seinem Leben ohne die Geschichten von Astrid Lindgren vorangekommen ist (und sei es nur, weil man die Geschichte seinen Kindern vorgelesen hat)?

Die Brüder Löwenherz ist zwar (in der deutschen Ausgabe) schon 1974 erschienen, deswegen aber noch lange nicht schlecht. Auch dies ist ein Buch, mit dem ich viele schöne Erinnerungen verbinde. Ich weiß noch, wie schön es war, als wir damals in der Grundschule (müsste in der 2. oder 3. Klasse gewesen sein) alle ganz still saßen, als unsere Klassenlehrerin uns aus diesem Buch vorgelesen hat (es hat eine Weile gedauert, aber uns wurde in diesem Schuljahr tatsächlich das gesamte Buch von der ersten bis zur letzten Seite vorgelesen).

Ich finde, mit „Die Brüder Löwenherz“ hat Astrid Lindgren eine der schönsten Geschichte geschrieben, die bisher geschrieben wurden. Dieses Buch gehört ganz sicher auf die Liste von Büchern, die man unbedingt seinen Kindern vorlesen muss.


Das sind jetzt die Geschichten, die ich wirklich ins Herz geschlossen habe. Natürlich könnte man noch J. K. Rowling dazunehmen, aber da wir diese überaus bemerkenswerte Frau gestern schon hatten, habe ich mir erlaubt, sie nicht mit aufzuführen. Jetzt seid ihr gefragt: Schreibt mir doch mal einen netten Kommentar, welche Bücher (gerne für Kinder, Jugendliche und junggebliebene Erwachsene) von Autorinnen auf eurer Liste mit absoluten Lieblingsbüchern nicht fehlen dürfen.